Richtungsstreit in der AfD : Co-Landeschef verlässt Partei: Spaltung in AfD

Die vier Abgeordneten der neu gegründeten Fraktion «Bürger für Mecklenburg-Vorpommern» (BMV), Bernhard Wildt (vorn), Matthias Manthei (Mitte) und Ralf Borschke und Christel Weißig (hinten). Einen Tag nach der Bundestagswahl hat sich die Landtagsfraktion der AfD in Mecklenburg-Vorpommern gespalten.
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Die vier Abgeordneten der neu gegründeten Fraktion «Bürger für Mecklenburg-Vorpommern» (BMV), Bernhard Wildt (vorn), Matthias Manthei (Mitte) und Ralf Borschke und Christel Weißig (hinten). Einen Tag nach der Bundestagswahl hat sich die Landtagsfraktion der AfD in Mecklenburg-Vorpommern gespalten.

Der frühere AfD-Geschäftsführer Matthias Manthei erklärte nach seinem Fraktionsaustritt, dass er noch Bedenkzeit benötige, bevor er über seine weitere Parteizugehörigkeit entscheide.

svz.de von
28. September 2017, 20:55 Uhr

Der offene Richtungsstreit in der AfD Mecklenburg-Vorpommerns hat zu weiteren personellen Konsequenzen geführt. Gestern legte der Co-Landesvorsitzende der AfD, Bernhard Wildt, sein Amt nieder und kündigte auch den baldigen Parteiaustritt an. „Ich habe meine Entscheidung getroffen und werde dies in Kürze auch der Landespartei schriftlich mitteilen“, sagte Wildt am Rande des Landtags. Als Grund gab er mangelnde Distanz der AfD zu Gewalt und Rechtsradikalismus sowie die fehlende Gesprächsbereitschaft großer Teile der Partei an.

Diese Differenzen hatten zu Wochenbeginn bereits zur Abspaltung von vier AfD-Landtagsabgeordneten geführt, die die neue Fraktion Bürger für Mecklenburg-Vorpommern gründeten. Neben Wildt gehören ihr Matthias Manthei, Christel Weißig und Ralf Borschke an.

Mit Christel Weißig erklärte am Donnerstag eine weitere Politikerin der Bürger für Mecklenburg-Vorpommern-Fraktion, die AfD verlassen zu wollen. Da Wildt und Weißig über die Landesliste der AfD in den Landtag eingezogen seien, erwarte die Parteispitze, dass sie ihre Mandate abgeben, sagte AfD-Bundestagsabgeordneter Leif-Erik Holm. Dies lehnen beide aber ab. Der frühere AfD-Geschäftsführer Matthias Manthei erklärte nach seinem Fraktionsaustritt, dass er noch Bedenkzeit benötige, bevor er über seine weitere Parteizugehörigkeit entscheide. „Ein solcher Schritt würde mir sehr schwer fallen, schließlich habe ich die Partei im Land mit aufgebaut und war lange Zeit auch ihr Sprecher“, erklärte er. Die aktuelle Entwicklung könne er jedoch nicht mittragen. „Wir sind angetreten, um Veränderungen zu bewirken. Jetzt aber führen Radikale das Wort, die keinerlei Kompromisse eingehen“, beklagte Manthei. Scharfe Kritik äußerte er gegenüber AfD-Fraktionsvize Ralph Weber. Dieser habe mit seiner Haltung jede Möglichkeit einer Rückkehr der vier Ausgeschiedenen in die AfD-Fraktion verhindert. Weber machte am Donnerstag als Wortführer in den Landtagsdebatten seine Ambitionen deutlich. Der Rechtsprofessor aus Greifswald hatte mehrfach mit national-völkischen Äußerungen für Aufsehen gesorgt.

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