City-Tunnel sorgt für Diskussionen

Laut Vorschlag würden die Autos den Tunnel an dieser Stelle der L22 Am Strande verlassen.  Georg Scharnweber
Laut Vorschlag würden die Autos den Tunnel an dieser Stelle der L22 Am Strande verlassen. Georg Scharnweber

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11. Februar 2011, 05:53 Uhr

Stadtmitte | Die Idee vom City-Tunnel am Stadthafen lässt die Wogen in der Rostocker Kommunalpolitik hochschlagen. Zwar haben sich die Fraktionschefs der Rostocker Bürgerschaft für eine bessere Anbindung der Innenstadt an den Stadthafen ausgesprochen. Doch der Vorschlag von Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos), die L22 bis zum 800-jährigen Stadtjubiläum 2018 teilweise unter die Erde zu verlegen, sorgt für Diskussionen.

"Das ist eine schöne Vision, aber fernab der Realität", sagt Eva-Maria Kröger (Linke), die bezweifelt, dass die Bürger dafür Verständnis hätten. Denn ein solches Projekt koste eine Unmenge von Geld. In den 90er-Jahren sei die Idee schon einmal diskutiert und dann aus Kostengründen verworfen worden, erinnert sich Prof. Dieter Neßelmann, Vorsitzender der CDU-Fraktion. Die Frage nach der Finanzierbarkeit stelle sich nun erneut.

Alternativvorschlag: Fußgängerbrücke

Rostocks ausgeglichene Haushalte, die Methling als Argument anführt, lässt Rainer Albrecht, Fraktionschef der SPD, nicht gelten. Denn die seien auf Vermögensveräußerungen zurückzuführen. Und damit sei irgendwann Schluss. "Wir sollten uns eher auf das Machbare konzentrieren", sagt Johann-Georg Jaeger (Grüne) und schlägt vor, mehr Übergänge zum Stadthafen zu schaffen. Auch eine Fußgängerbrücke sei vorstellbar, so Kröger. Was Methlings Vorschlag betrifft, im Stadthafen das Umfeld für den Bau eines neuen Volkstheaters sowie eines maritimen Museums zu schaffen, sind die Fraktionschefs geteilter Meinung. Für das Theater favorisiert Ulrich Seidel, Vorsitzender der FDP-Fraktion, den Standort Bussebart, der seiner Ansicht nach großen Charme hat. Egal ob die Parkflächen, die Stadtnähe oder der Blick von oben auf das Wasser - hier stimmten die Rahmenbedingungen. Die Linke-Chefin hingegen tendiert zum Stadthafen, will jedoch erst einmal die Standortanalyse abwarten. Auch was das maritime Musum betrifft, möchte sie sich noch nicht abschließend äußern. Denn auch hier liege noch kein Konzept vor. Während Jaeger dafür plädiert, das Traditionsschiff als Teil des künftigen Museumskonzepts in Schmarl zu lassen und seine Erreichbarkeit zu verbessern, sagt Sybille Bachmann, Vorsitzende der Fraktion Rostocker Bund: "Es ist völlig egal, wo das Schiff liegt." Der Inhalt, das Konzept und das Marketing seien entscheidend. Dass sowohl Museum als auch Theater im Stadthafen angesiedelt werden, schließt Bachmann jedoch aus Platzgründen aus.

Seidel spricht sich dafür aus, die unterschiedlichen Vorschläge noch einmal breit in der Öffentlichkeit zu diskutieren. Erst dann könne eine Entscheidung getroffen werden. Und auch Kröger sagt: "Der Stadthafen gehört schließlich immer noch den Rostockern."


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