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Mecklenburg-Vorpommern

23. September 2017 | 11:22 Uhr

Schwerin : Chinesin forscht zu Uecker

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Kunst-Verein vergibt erstmals ein Jahres-Stipendium

von
erstellt am 20.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Mit Pfeil und Bogen schoss der junge Künstler Günther Uecker in die Wellen. Seine berühmte Sandmühle zeichnet sanft die immer gleichen Linien in den Grund. Ist das meditative Versenkung? Wie viel Zen-Buddhismus steckt im frühen Werk des bedeutenden Mecklenburger Künstlers? Die Chinesin Xiao Xiao möchte dieser Frage auf den Grund gehen bei ihrer Promotion über Günther Uecker. Ab sofort hilft ihr dabei ein Stipendium, das der Verein „Uecker in Schwerin: Neubau“ in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben hat. 500 Euro pro Monat bekommt die 34-Jährige und das ein Jahr lang. „Die Rezeption der Zen-Buddhistischen Kunst im Vorfeld der künstlerischen Entwicklung von Günther Uecker“ ist der Titel ihrer Arbeit, die sie gestern in der Kunsthalle im Schweriner E-Werk vorstellte.

Günther Uecker wurde 1930 in Wendorf bei Crivitz geboren, wuchs in Wustrow auf, studierte in Wismar, in Weißensee und später in Düsseldorf, wo er Professor wurde und heute noch lebt. Sein Werk ist in Museen auf der ganzen Welt vertreten – von frühen Materialbildern über interaktive Aktionen bis zu seinen legendären Nagelarbeiten und den Wustrower Tüchern von 2014.

In Schwerin gab es eine große Übersichtsausstellung des Künstlers 1990 im Staatlichen Museum. Ab 1997 wurden 14 seiner Werke aus einer Privatsammlung als Dauerausstellung im Schloss Güstrow gezeigt. Diese Sammlung wurde 2013 bis 2016 mit Mitteln des Bundes, der Kulturstiftung der Länder und der Freunde des Museums angekauft.

„Mit dem Stipendium öffnen wir von Schwerin aus die Forschungen zum Werk Ueckers für junge Wissenschaftler“, betont Prof. Dr. Kornelia von Berswordt-Wallrabe vom Vereinsvorstand. Beim gemeinsamen Abendessen vor seiner Ausstellung im Schweriner Museumsanbau 2016 habe sie den Künstler gefragt, was er von einem Stipendium halte. „Zuerst war er sprachlos“, erinnert sich die frühere Museumsdirektorin lächelnd. „Dann hat er gesagt: Das wäre eine gute Idee.“

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