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Hintergrund : Chinesen kaufen sich bei deutschen Firmen ein

vom
Aus der Onlineredaktion

Investoren aus Fernost steigen mit Milliarden ein. Kauflust wird weiter steigen

Deutschland ist das Hauptzielland für chinesische Firmenübernahmen in Europa. Im vergangenen Jahr haben Unternehmen aus der Volksrepublik ihre Investitionen in Europa von 30,1 auf knapp 86 Milliarden Euro nahezu verdreifacht und sich an 309 Firmen beteiligt oder diese übernommen, hat die Unternehmensberatung EY (Ernst&Young) ermittelt. Das waren mehr als in den vorangegangenen vier Jahren zusammen. Mit 68 Übernahmen war Deutschland das beliebteste Investitionsziel für chinesische Firmen vor Großbritannien mit 47 Akquisitionen.

Die Investitionen aus Fernost sind zum heiß diskutierten Thema geworden, weil die chinesische Regierung offiziell das Ziel verfolgt, die technologische Weltführung zu übernehmen. Größter chinesischer Neuerwerb in Deutschland war der Kauf des Augsburger Roboterherstellers Kuka, der mit knapp 4,7 Milliarden Euro zu Buche schlug.

Indes ist die Kauflust chinesischer Investoren in diesem Jahr gesunken. Im ersten Halbjahr übernahmen oder beteiligten sich Ernst&Young zufolge chinesische Investoren für 6,5 Milliarden Dollar an 25 deutschen Firmen. Das waren zehn Deals und vier Milliarden Dollar weniger als im ersten Halbjahr 2016. Ursachen sind nach Einschätzung der EY-Chinafachleute sowohl der politische Gegenwind in Deutschland als auch die Versuche der chinesischen Regierung, die Kapitalflucht ins Ausland einzudämmen. Dennoch rechnet die Beratungsfirma mit einem weiter steigenden Interesse chinesischer Firmenkäufer – auch an großen deutschen Unternehmen: „Hierzulande gibt es nach wie vor viele Übernahmeziele für chinesische Unternehmen“, sagte EY-Übernahmeexperte Alexander Kron.

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