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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 09:26 Uhr

Wissenschaft : Chemische Zündkerzen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Greifswalder Biotech-Firma gewinnt Gründerpreis der KfW-Bankengruppe.

svz.de von
erstellt am 16.Okt.2014 | 21:00 Uhr

Enzyme sind Biokatalysatoren, die aus dem Alltag der Menschen kaum wegzudenken sind: Sie sorgen dafür, dass Waschmittel schon bei 30 Grad das Fett aus der Wäsche lösen. Sie spalten Fette, um damit hochwertige Speiseöle herstellen zu können und Esterverbindungen, damit diese entweder nach Lavendel oder Geranie duften. Die Firma Enzymicals AG in Greifswald entwickelt und produziert solche Biokatalysatoren, mit denen große Indus-trieunternehmen pharmazeutische Zwischen- und Wirkstoffe, Duftstoffe oder Aromastoffe herstellen können.

„Wir machen Enzyme für industrielle Zwecke nutzbar“, sagt Vorstandsvorsitzender Ulf Menyes. Das Unternehmen aus der weißen Biotechnologie versteht sich dabei selbst als eine Art Katalysator an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie. „Universitäres Wissen im Bereich der Enzymherstellung und Entwicklung bringen wir in robuste industriell anwendbare Prozesse“, ergänzt Marketing-Leiterin und Chemikerin Ute Liebelt.

Zu den Partnern der Enzymicals AG gehören Hochschulen in Deutschland und dem europäischen Ausland sowie von Übersee. Auf der anderen Seite stehen Indus-triepartner aus der Pharma-, Chemikalien- und Ernährungsbranche.

Das vor fünf Jahren von einem Team von Wissenschaftlern der Uni Greifswald gegründete Unternehmen mit derzeit 14 Mitarbeitern ist der diesjährige Landessieger Mecklenburg-Vorpommern des KfW-Award GründerChampions, einer seit 17 Jahren von der Kreditanstalt für Wiederaufbau verliehenen Auszeichnung. Bundesweit hatten sich nach Angaben der KfW in diesem Jahr rund 380 Unternehmen beworben – 16 Landessieger wurden gekürt. Alle seien Unternehmen, die eine innovative Idee, Mut und Durchhaltevermögen haben, sagt Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW. Die KfW-Bankengruppe unterstützt Neuunternehmen durch verschiedene Gründerkredite.

Die Enzymicals AG in Greifswald hat Gründung und Wachstum über seine strategischen Investoren, die BRAIN AG und die Braun Beteiligungsgesellschaft, finanziert. „Es ist sehr sehr schwer für kleine Unternehmen, Kredite zu erhalten“, sagt der Verfahrenschemiker Men-yes. Er verknüpft mit der Auszeichnung auch die Hoffnung, dass sich Banken in Mecklenburg-Vorpommern der „weißen Biotechnologie“ öffnen.

Die jährlichen Umsätze des Biotech-Unternehmens liegen inzwischen bei knapp einer Million Euro. Allein in diesem Jahr habe Enzymicals auf biokatalytische Herstellungsprozesse zwei Patente angemeldet. Das im Greifswalder Biotechnikum angesiedelte Unternehmen will weiter wachsen, in Technik investieren. Mit Ungeduld wartet die Firma auch auf den Bau des BioPlasmaTechnikums in unmittelbarer Nähe des derzeitigen Firmensitzes. Dort soll auch eine Produktionshalle entstehen, in der die Enzyme und Chemikalien in größerem Maßstab hergestellt werden können.


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