Jugend forscht in Rostock : Chemie durch die Brille betrachten

Interesse für Naturwissenschaften wollte Aliaksandr Piarerva mit seinem Projekt „3D in der Schule“ wecken.   Fotos: josefine rosse
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Interesse für Naturwissenschaften wollte Aliaksandr Piarerva mit seinem Projekt „3D in der Schule“ wecken. Fotos: josefine rosse

25. Landeswettbewerb Jugend forscht in der Rostocker Stadthalle: 96 Nachwuchswissenschaftler aus MV stellen ihre Ideen vor.

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19. März 2015, 07:55 Uhr

Wie viel Mikroplastik liegt am Ufer der Warnow? Diese Frage haben sich drei Abiturientinnen der Rostocker Werkstattschule gestellt. Im Rahmen des Landeswettbewerbes Jugend forscht untersuchten sie Sandproben auf ihren Mikroplastikgehalt. „Wir wollten wissen, inwieweit das Trinkwasser belastet ist“, erklärt Emelie Jogschies. Ein ganzes Jahr lang nahmen die Mädchen im Zwei-Wochen-Rhythmus Proben an zwei unterschiedlichen Stellen der Unterwarnow. Der Kunststoff Polyethylen (PET) wurde dabei verstärkt gefunden. „Dort lagern sich vermehrt Umweltgifte ab, die von den Fischen aufgenommen werden. So gelangt das Mikroplastik in die Nahrungskette“, sagt Emelie. „Welche Konsequenzen entstehen, muss weiter erforscht werden.“ Zunächst haben die drei Mädchen aber für ihr Experiment beim Jugend forscht-Landeswettbewerb in der Kategorie Chemie den ersten Platz belegt. Damit fahren sie zum Bundeswettbewerb vom 26. bis 30. Mai nach Ludwigshafen.

Jugend forscht fand in diesem Jahr zum 25. Mal in Mecklenburg-Vorpommern statt. Teilgenommen haben insgesamt 96 Jungforscher. Gestern wurden die Gewinner geehrt. Die Schüler im Alter von 10 bis 20 Jahren kamen in erster Linie aus Rostock. Sie widmeten sich vor allem den Themenbereichen Biologie und Technik. In Letzterem konnten Luise Pevestorff und Edgar Zander überzeugen. Bereits im vergangenen Jahr entwickelten die beiden ein Messverfahren zur Bestimmung von Gehalt und Art der Metallionen im Wasser. Nun haben sie ein Gerät gebaut, mit dem sie eine Wasseranalyse durchführen können. „Mit dem Gerät können wir vier Elemente gleichzeitig messen und so zum Beispiel feststellen in welchem Ausmaß gesundheitsschädliche Stoffe in unserem Trinkwasser vorhanden sind. Wir können die Qualität von Wasser bewerten – egal ob es aus dem Aquarium kommt oder aus dem Meer“, erläutert Luise. Anwendungsorientiert hat auch Aliaksandr Piarerva gedacht. Der Gymnasiast hat festgestellt, dass einige seiner Klassenkameraden Probleme haben räumlich zu denken. Deshalb hat er er für den Chemieunterricht organische Modelle von Molekülen konstruiert und ein Heft designt, in dem diese Modelle abgedruckt sind. „Setzt man eine 3D-Brille auf, sieht man die Modelle dreidimensional“, erklärt Aliaksandr. „Die Lehrer sind begeistert, ich habe Anfragen, das auch für den Physikunterricht von magnetischen Felder zu gestalten.“ Um seine Mitschüler noch mehr von Naturwissenschaften zu überzeugen, hat der Schüler außerdem eine App für Smartphones entwickelt, die es ermöglicht Lehrinhalte dreidimensional darzustellen. Mit seiner Idee landete Aliaksandr in der Kategorie Arbeitswelt auf Platz eins.

Die Gewinner

• Fachgebiet Arbeitswelt: Aliaksandr Piarerva (19) aus Rostock) „3D in der Schule“

 • Fachgebiet Biologie: Jannik Tödt (17), Mathis Werner (17) aus  Rostock, Alexander Steyer „Moringa oleifera, ein Reservoir für biogene Stoffe?!“

• Fachgebiet Chemie: Jean-Christin Beyer (20), Hilke Lotta Nickel (18),  Emelie Jogschies (17) aus Rostock„Mikroplastikvorkommen an der Warnow“

• Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften: Markus Becker (17), Swenja Wagner (16), Tobias Gerding (15)  aus Kühlungsborn  „AuVi ? Automatische Visualisierung von meteorologischen Daten?“

• Fachgebiet Mathematik/Informatik: Daniel Meiburg (18) aus Rostock „Detektion von Menschen in bekannten Umgebungen mittels eines Raspberry Pi“

• Fachgebiet Technik: Edgar Zander (18), Luise Pevestorff  (19) aus Rostock „Spektraqua ? Bestimmung von Metallionen auf Basis der Emissionsspektroskopie“

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