Chefs stellen Ältere ein

Gibt es für die entlassenen 750 Mitarbeitern der Drogeriemarktkette Schlecker in MV zahlreiche neue Jobchancen? Foto: dpa
Gibt es für die entlassenen 750 Mitarbeitern der Drogeriemarktkette Schlecker in MV zahlreiche neue Jobchancen? Foto: dpa

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28. Juni 2012, 07:47 Uhr

Schwerin | Hunderte freie Jobs im Einzelhandel, 600 freie Stellen allein in CallCentern in Westmecklenburg, dazu hunderte unbesetzte Arbeitsplätze in der Hotel- und Gaststättenbranche und jährlich 1000 neue Jobs in Pflegeberufen nur bei der Diakonie in MV: Den entlassenen 750 Mitarbeitern der Drogeriemarktkette Schlecker in MV würden sich zahlreiche neue Jobchancen bieten, haben die Arbeitsagenturen in MV ermittelt. Es gebe "für jeden Schlecker-Beschäftigten eine Perspektive", sagte die Chefin der Landesarbeitsagentur Margit Haupt-Koopmann gestern in Schwerin. Von den bereits im April entlassenen 231 Mitarbeitern der Drogeriemarktkette hätten inzwischen 38 einen neuen Arbeitsplatz gefunden, 85 würden derzeit an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Weiteren Schlecker-Beschäftigten könnten Umschulungen in Pflegeberufen eine neue Perspektive bieten. So müsse die Diakonie in MV bis 2015 jährlich 1000 Stellen neu besetzen, ab 2015 sogar 1500 Arbeitsplätze, teilte Diakoniepastor Martin Scriba mit. Für die Umschulung in Pflegeberufen habe das Land Hilfe zugesagt. Die Finanzierung des dritten Ausbildungsjahres sei gesichert, erklärte Arbeits-Staatssekretär Nikolaus Voss.

Ohnehin hätten sich die Arbeitsmarktchancen in den vergangenen Wochen weiter verbessert. In MV seien seit Jahresbeginn insgesamt 23 500 offene Stellen gemeldet worden - vor allem in der Gesundheitswirtschaft, im Verarbeitenden Gewerbe, im Handel aber auch auf dem Bau, sagte Haupt-Koopmann. Der Arbeitsmarkt habe sich weiter stabilisiert. In den vergangenen vier Wochen sei die Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten Juni-Stand seit der Wende gesunken. 95 000 Menschen waren in MV ohne Job. Die Arbeitslosenquote lag bei 11,2 Prozent. Bei der Einführung der Arbeitsmarktreformen 2005 waren in MV 176 000 Arbeitslose gezählt worden. Von der Entwicklung profitierten alle Altersgruppen, auch ältere Arbeitslose. Die Arbeitgeber sollten in ihren Unternehmen einen Demografiecheck machen und das Fachkräftepotenzial der über 50-Jährigen stärker nutzen, appellierte Haupt-Koopmann erneut an die Wirtschaft. Ältere seien überproportional gut ausgebildet und hätten eine Menge Lebens- und Berufserfahrung.

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