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Gute Job-Aussichten : Chefs geben Hauptschülern eine Chance

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Die Personalchefs in MV gehen in der Berufsausbildung stärker auf Hauptschüler zu: Sowohl das Handwerk als auch die Industrie und Dienstleister bieten derzeit jede zweite Stelle für Schulabgänger mit Berufsreife an.

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erstellt am 02.Jun.2013 | 08:20 Uhr

Schwerin | Die Personalchefs in MV gehen in der Berufsausbildung stärker auf Hauptschüler zu: Sowohl das Handwerk als auch die Industrie und Dienstleister bieten derzeit jede zweite Stelle für Schulabgänger mit Berufsreife an, ergaben die Stellenangebote der Lehrstellenbörsen der Kammern. Elektroniker im Landkreis Rostock, Kraftfahrzeugmechatroniker in Schwerin, Medientechnologie im Kreis Ludwigslust-Parchim: Nach den drastisch gesunkenen Bewerberzahlen in MV schrauben die Personalchefs ihre in den vergangenen Jahren überzogenen Ansprüche an die Ausbildenden zurück. Im Bereich der Schweriner Handwerkskammer richten sich von den 250 offenen Lehrstellen 151 auch an Hauptschüler, geht aus der Lehrstellenbörse hervor. Auch in den Industrie- und Dienstleistungsbetrieben sind Schulabgänger mit niedrigeren Schulabschlüssen gefragt: Von den knapp 1000 Lehrstellen, die in der Lehrstellenbörse der IHK in MV in einem Umkreis von 100 Kilometern rund um Rostock angeboten werden, steht jede zweite Stelle für Hauptschüler bereit. Landesregierung und Sozialpartner wollen sich heute in einer neuen Runde des Bündnisses für Arbeit darüber verständigen, wie Lehrstellenbewerbern der Berufseinstieg erleichtert werden kann.

Angesichts des Bewerbermangels hätten sich die Ansprüche geändert, beobachtete Karin Klehr, Ausbildungsexpertin der Handwerkskammer Schwerin. In MV ist die Zahl der Schulabgänger auf ein Drittel gesunken. Ende Mai gab es in MV noch 5700 freie Ausbildungsplätze, aber nur 3900 Bewerber, teilte die Landesagentur für Arbeit gestern mit. Das Land könne es sich "nicht erlauben, auch nur einen Jugendlichen zu verlieren, erklärte Agenturchefin Margit Haupt-Koopmann. "Die Auswahl wird immer kleiner", meinte Kammerexpertin Klehr: "Da kann das Handwerk um Hauptschüler keinen Bogen machen." Im letzten Jahrzehnt habe sich der Anteil der mit Hauptschülern abgeschlossenen Lehrverträge im Handwerk erhöht - von 25,2 Prozent 2009 auf 32,9 Prozent 2012. Es gebe für nahezu keinen Beruf Zugangsvoraussetzungen, meinte Peter Todt, Berufsbildungschef der IHK Schwerin. Die zwei- und dreijährigen Lehrzeiten zahlten sich für die Betriebe und die Bewerber aus. Damit könnten auch Schulabgänger mit schlechteren Ausgangsleistungen von einer zwei- in eine dreijährige Ausbildung wechseln und einen höheren Berufsabschluss erreichen. Land und Arbeitsverwaltung unterstützten die Betriebe bei der Ausbildung von Bewerbern mit schlechteren Schulnoten - z. B. mit Einstiegsqualifizierungen oder berufsbegleitenden Hilfen.

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