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A20-Abschnitt versinkt im Moor : Chaos auf der Küstenautobahn

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Aus der Onlineredaktion

Nach nur zwölf Jahren Betrieb muss Fahrbahn bei Tribsees Jahre gesperrt werden. Bauverzug auf A14-Teilstück

svz.de von
erstellt am 27.Sep.2017 | 21:00 Uhr

Verschlissene Straßenbeläge, reparaturbedürftige Brücken, Blasen im Asphalt: Auf der erst vor zwölf Jahren fertiggestellten Küstenautobahn 20 mehren sich die Baumängel. Seit dieser Woche gibt es ein weiteres Nadelöhr, dessen Reparatur vermutlich mindestens zwei Jahre dauert. Betroffen sei die A 20 bei Tribsees (Kreis Vorpommern-Rügen), sagte Ronald Normann vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr Güstrow gestern.

Durch den moorigen Untergrund am Fluss Trebel sei die Fahrbahn in Richtung Westen auf 100 Metern Länge schon mehr als einen halben Meter abgesackt, so dass sie komplett gesperrt werden musste. „Wir wollen keine Gefährdung zulassen“, sagte Normann. Autofahrer müssten deshalb voraussichtlich bis Samstag eine Umleitung in Kauf nehmen. Dann soll der Verkehr jeweils einspurig über die südliche Fahrbahn geleitet werden.

Das Absinken sei bereits im Frühjahr bemerkt worden, aber längst nicht so stark. „Zuletzt sackte die Straße bei laufendem Verkehr um zwei Zentimeter täglich, vorher war es ein halber Zentimeter“, erklärte der Baufachmann. Als Ursache werde vermutet, dass tragende Betonpfähle in der bis zu 20 Meter starken Torfschicht gebrochen sein könnten. „Dann müssten wir eine ganz neue Moorbrücke in der Tiefe bauen“, erläuterte Normann. Die Kosten könnten sich auf mehrere Millionen Euro summieren. Die auf dem gleichen Baugrund stehende Fahrbahn in Richtung Osten stehe dagegen stabil.

Tribsees ist derzeit das dritte Autobahnnadelöhr in MV. An fast jedem Wochenende stehen Autofahrer auf der A 19 Berlin-Rostock an der Petersdorfer Brücke im Stau, weil die Brücken erneuert werden. Zudem wird bei Jarmen (Kreis Vorpommern-Greifswald) die Straßendecke an der A 20-Brücke über die Peene erneuert.

<p>Die Umleitungsstrecke: Der Verkehr in Richtung Rostock wird von der Anschlussstelle Tribsees über Bad Sülze und Sanitz  zur Anschlussstelle Sanitz umgeleitet.</p>

Die Umleitungsstrecke: Der Verkehr in Richtung Rostock wird von der Anschlussstelle Tribsees über Bad Sülze und Sanitz  zur Anschlussstelle Sanitz umgeleitet.

Foto: Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung MV

Baustress auch auf dem noch im Bau befindlichen Teilstück der Nord-Süd-Autobahn 14: Der Niederschlag der letzten Woche habe zu Bauverzögerungen zwischen Grabow und Groß Warnow geführt, teilte das Verkehrsministerium mit. Die zuständige Firma habe inzwischen den Bauablauf geändert und führe derzeit die noch ausstehenden Abdichtungsarbeiten durch. Zudem werde auf Brücken beidseitig der Asphalt aufgetragen. In diesem Zeitraum sei das Betreten der Brücken nicht möglich, so dass die Stadt Grabow eine für Oktober angekündigte Fahrradtour auf dem Teilstück absagen und auf Dezember verschieben musste. Der Bauverzug könnte den noch für dieses Jahr angesetzten Fertigstellungstermin in Gefahr bringen: Noch gehe man aber davon aus, dass der Termin zu halten sei, so das Ministerium.

Mängel an der Straßenböschung: Indes nerven Schäden an dem erst vor zwei Jahren in Betrieb genommenen 16 Kilometer langen A14-Teilstück vom Autobahnkreuz 24/14 bis zur Abfahrt Grabow die Autofahrer. Starkregen habe zu Schäden an der Straßenböschung kurz vor der Abfahrt Ludwigslust geführt, so das Ministerium. Dadurch seien die Leitplanken nicht ausreichend standfest, so dass die Geschwindigkeit auf dem Abschnitt auf 60 km/h gedrosselt werden musste. Im Herbst sollen die Schäden behoben werden.
 
 

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