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Jahr der Romantik : Caspar David Friedrich und die Folgen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vor einem Jahr starteten Museen, Tourismusverband und Landesmarketing das „Jahr der Romantik“ – bislang kamen deswegen allerdings nur wenige Touristen

Vor 240 Jahren wurde in Greifswald im Schatten des Kirchturmes von St. Nikolai Caspar David Friedrich als Sohn eines Seifensieders geboren. Von Greifswald führte es den jungen Mann zunächst nach Kopenhagen und später nach Dresden. Friedrich gilt seit Beginn des 20. Jahrhunderts als bedeutendster Maler der deutschen Romantik. Die Hansestadt Greifswald feiert den Geburtstag ihres wohl berühmtesten Sohnes mit einer morgen beginnenden Festwoche mit Lesung, Konzert und Ausstellung.

Die Veranstaltungsreihe ist zugleich eine Zäsur. Denn mit ihr endet am 5. September – dem eigentlichen Geburtstag Friedrichs – das „Jahr der Romantik“, eine landesweit angelegte Image- und Werbekampagne für die Romantik im Nordosten. Denn nicht nur Friedrich sondern auch Künstlerkollegen wie Philipp Otto Runge und Georg Friedrich Kersting stammen aus Orten, die mit Wolgast und Güstrow im heutigen Mecklenburg-Vorpommern liegen.

Landesmarketing, Landestourismusverband, Museen und kleinere Initiativen wollten die Geburts- und Malorte stärker in den Blick der Öffentlichkeit lenken. Mehr als 40 Partner schlossen sich dazu in der Initiative „natürlich romantisch“ zusammen. Rechtzeitig zum Beginn des Romantikjahres legten der Fotograf Thomas Grundner und die Kunsthistorikerin Birte Frenssen einen Bildband vor, der die Sehnsuchtsorte der Romantik im Norden zeigte. Im Internet wurde die Plattform „natürlich romantisch“ freigeschaltet.

Aus Sicht der Initiatoren ist das Ziel, die Romantik stärker ins öffentliche Bewusstsein zu tragen, erreicht worden – auch wenn die großen Kulturtouristen-Ströme bislang ausblieben. Das Nationalparkzentrum auf Rügen bot Führungen zu den Malorten Friedrichs an. Die unter dem Motto „Ins Blaue“ stehende 24. Landeskunstschau arbeitete sich an dem Erbe der Kunstepoche des frühen 19. Jahrhunderts ab. Das Staatliche Museum in Schwerin oder das Ernst-Moritz-Arndt-Museum in Garz auf Rügen beteiligten sich mit Ausstellungen. Das Umweltfotofestival „Horizonte“ bewegte sich auf den Spuren der Romantiker.

Das Jahr der Romantik hat aus Sicht des Landestourismusverbandes dazu beigetragen, Mecklenburg-Vorpommern stärker „als Kulturlandschaft aufzuladen“, sagt Verbandssprecher Tobias Woitendorf. Über das Jahr seien zum Thema „Romantik im Nordosten“ mehr als 100 Artikel mit einer Gesamtauflage von 140 bis 150 Millionen erschienen – bis in die Schweiz und nach Österreich. Mecklenburg-Vorpommern sei dabei nicht nur als Geburtsort der Romantiker ins Bewusstsein gerückt, sondern mit den Kreidefelsen und Klosterruinen auch als Motivort.

Aus touristischer Sicht hat das Thema Romantik noch Ausbaupotenzial, sagt Woitendorf. Denn knapp ein Viertel aller MV-Urlauber sehen laut einer Umfrage in der Kultur einen Grund, sich für MV als Urlaubsland zu entscheiden.

Neben der Bäderarchitektur und der Backsteingotik soll die Romantik eine tragende Säule des Kulturtourismus im Lande werden. Im Greifswalder Pommerschen Landesmuseum – mit seinen sieben Friedrich-Gemälden quasi das Herz der Romantik in MV – hat man nach Friedrich-Freunden aus der Schweiz und den Niederlanden in diesem Jahr erstmals eine Reisegruppe britischer Romantikliebhaber begrüßen können.

Den Gewinn sehen die Initiatoren des Romantik-Jahres aber vor allem in der Binnenwirkung. Über die Initiative sei im vergangenen Jahr ein landesweites und stabiles Netzwerk von Akteuren entstanden. Ideen für eine gemeinsame Vermarktung des Romantik-Erbes wurden entwickelt.

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