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Ungewöhnlicher Feuerwehreinsatz : Cannabis aus dem Wasser geholt

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Mehr Fragen als Antworten wirft der Fall der entdeckten Cannabispflanzen in Dallmin auf. Bislang ist unklar, wie diese in den Teichzufluss des Gutshauses Dallmin gelangten und warum die Pflanzen geborgen werden mussten.

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erstellt am 13.Mär.2012 | 07:20 Uhr

Dallmin | Mehr Fragen als Antworten wirft der Fall der entdeckten Cannabispflanzen in Dallmin auf. Bislang ist unklar, wie diese in den Teichzufluss des Gutshauses Dallmin gelangten und genauso unklar ist, warum Kameraden der freiwilligen Feuerwehr die Pflanzen am Montagabend bei Dunkelheit bergen mussten.

Nicht nur für Dallmins Wehrführer Werner Schulz, sondern wohl auch für seine sechs Kameraden brachte der Einsatz die erste Begegnung mit Cannabis. Gegen 18.30 Uhr erwarteten sie am Wasser bereits Polizei und Kriminalbeamte. "Unsere Aufgabe war es, etwa 100 Cannabispflanzen sowie Behältnisse aus dem Wasser zu holen", berichtet der Wehrführer.

Informiert worden war auch der Betriebshof der Gemeinde Karstädt, der die abgeernteten Strünke, an denen sich noch wenige Blätter befanden, auf ein Fahrzeug lud und entsorgte. Die Polizei stellte eine große Tüte mit der vermutlichen Cannabisernte und diverses Zubehör sicher.

Entsprechend der Alarmierungsordnung, die gegenwärtig von der Gemeinde Karstädt als Träger des kommunalen Brandschutzes überarbeitet wird, waren auch die Ortswehren von Reckenzin und Kribbe alarmiert. Die anrückenden Kameraden aus Reckenzin wurden von Dallmin aus gleich wieder nach Hause geschickt. "Wenn die zentrale Leitstelle in Potsdam den genauen Grund gewusst hätte, wären nur wir Dallminer alarmiert worden", meint Schulz, der dazu mit den Potsdamern Rücksprache hielt.

Für Karstädts Ordnungsamtsleiter Sven Steinbeck bleibt die Alarmierung unverständlich. "Wir wurden über den Sachverhalt am Montagvormittag informiert. Die Kripo hat eine Anzeige aufgenommen und wir haben uns so verständigt, dass der Betriebshof die Dinge am Dienstagvormittag birgt." Wie der Feuerwehreinsatz jetzt verrechnet wird, müsse er mit der Polizei klären.

Gefahr im Verzug kann wohl nicht Grund für die Alarmierung der Feuerwehr sein, denn die Pflanzen wurden bereits am Sonntag entdeckt. "Mir ist der Vorfall, dass Cannabisreste, Behälter usw. in den Teichzulauf geworfen wurden, seit Sonntag früh bekannt", erzählt Dallmins Orstvorsteher Ulrich Schwieger. Informiert habe ihn ein Mitglied des örtlichen Angelvereins. Gemeinsam habe man sich den Tatort angeschaut, auch ein Polizist und der Förster waren zugegen.

"Ich hatte erwartet, dass am Montagvormittag alles geborgen wird. Warum jetzt noch die Feuerwehr alarmiert wurde, ist mir nicht klar", wundert sich auch Schwieger über das Durcheinander. Auch der Wehrführer zuckt die Schultern: "Wenn wir alarmiert werden, fahren wir los. Dazu sind wir in der Feuerwehr. Aus der SMS-Meldung war nicht eindeutig zu entnehmen, worum es ging. Wir lasen nur Brügger Hof, es hätte ja auch was anderes sein können", erklärt Werner Schulz.

Die Polizei sprach gestern in ihrer Mitteilung von 200 Cannabispflanzen und das die Einsatzkräfte leere Behälter von Pflanzenschutzmitteln sicher stellten. Eine Laboruntersuchung soll klären, wir hoch der THC-Gehalt in den Pflanzen ist, also die Konzentration des Rauschmittels. Das sei ein wesentliches Kriterium für die strafrechtliche Bewertung des Vorfalls. Cannabisprodukte gehören nach dem deutschen Betäubungsmittelgesetz zu den illegalen Suchtmitteln, deren Besitz und Anbau ebenso wie der Handel damit verboten sind und strafrechtlich verfolgt werden.


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