Bildungspolitik : Bußgeld für Schulschwänzer

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Hesse droht Schulabstinenzlern mit Strafen bis zu 2500 Euro. Zuletzt 59 Verfahren im Schuljahr 2015/16

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09. September 2017, 06:00 Uhr

Pünktlich zum Schuljahresbeginn droht Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) hartnäckigen Schulschwänzern mit Konsequenzen. Die Verletzung der Schulpflicht sei eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße bis zu 2500 Euro geahndet werden könne, hieß es am Freitag vom Ministerium. In der Regel sind die Eltern dafür verantwortlich, dass die Schulpflicht eingehalten wird. Im Mai hatte das Land ein Programm gegen Schulschwänzen aufgelegt.

„Unsere Schüler gehen zum großen Teil gerne und regelmäßig zur Schule“, sagte Bildungsministerin Hesse. „In allen Schularten gibt es aber auch Ausnahmen. Unsere Lehrer werden in diesem Schuljahr noch genauer hinsehen und dokumentieren, wer nicht regelmäßig zum Unterricht erscheint. Mit unserem 7-Punkte-Programm setzen wir vor allem auf Prävention und blicken auf die Anfänge des Schulschwänzens. Die Ursachen dafür können sehr vielfältig sein“, so Hesse.

Die Zahlen: Im Schuljahr 2015/2016 haben 1972 Schüler an öffentlichen allgemeinbildenden Schulen mehr als fünf Tage unentschuldigt gefehlt. Bei 125 330 Schülern an öffentlichen Schulen entspricht dies einem Anteil von 1,5 Prozent. Im Schuljahr 2014/2015 waren es mit insgesamt 1361 Schülern 1,1 Prozent. Ab sechs unentschuldigten Fehltagen sprechen Pädagogen von schulaversivem Verhalten. Ab dem elften unentschuldigten Fehltag im Schuljahr gibt es zudem die Möglichkeit Schüler von der Polizei zur Schule bringen zu lassen. Das ist im Durchschnitt der letzten Jahre bei nur neun Schülern pro Schuljahr der Fall gewesen. Die Bußgeldzahlen verdoppelten sich jedoch von 25 auf zuletzt 59 Verfahren.

Simone Oldenburg, Bildungsexpertin und Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, kritisiert Hesse heftig: „Bußgelder nützen nichts. Wir brauchen mehr Schulsozialarbeiter. Frau Hesse sollte besser Geld für Schulsozialarbeiter ausgeben, als für Polizisten.“  




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