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Bildung MV : „Buschzulage“ für neue Lehrer auf dem Lande

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Das Bildungsministerium will junge Lehrer mit Zusatzzahlungen an Schulen auf dem Land locken. Die Linken sehen darin eine Ungerechtigkeit gegenüber den Lehrkräften, die schon Jahre auf dem Lande arbeiten.

svz.de von
erstellt am 06.Dez.2017 | 20:45 Uhr

Nach dem Beispiel der sogenannten Buschzulage für Westbeamte im Osten sollen junge Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern mit Sonderzahlungen zur Dienstaufnahme an einer Landschule bewegt werden.

Darüber unterrichte nach dpa-Informationen das Bildungsministerium am Mittwoch in Schwerin die Mitglieder des Bildungsausschusses im Landtag. „Wir haben für die Sicherung des Lehrernachwuchses schon ein großes Bündel von gut und gerne 50 Maßnahmen geschnürt. Doch für manche Stellen reicht auch das noch nicht“, erklärte der CDU-Abgeordnete Marc Reinhardt auf Anfrage. Seinen Angaben zufolge sollen die Zuschläge erst dann als Lockmittel eingesetzt werden, wenn sich auch nach mehreren Ausschreibungen kein Bewerber gefunden hat.

Die Höhe des Extragehalts stehe noch nicht fest, könne aber bei 200 bis 300 Euro monatlich liegen.

Wie eine Sprecherin des Bildungsministeriums erklärte, wird derzeit gemeinsam mit den Schulämtern geprüft, unter welchen Bedingungen die bereits im Besoldungsrecht vorhandenen Zulagenregelungen genutzt werden können, um Lehrkräfte zu gewinnen. Dies solle auch nicht auf ländliche Schulen beschränkt sein.

Kritik an dem Vorgehen kam von der oppositionellen Linken. Anstatt mit solchen Sonderzahlungen das Lohngefüge durcheinanderzubringen und alteingesessene Pädagogen vor den Kopf zu stoßen, solle das zusätzliche Geld lieber in die Lehrerausbildung samt Praktika investiert werden, forderte die Linken-Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg. Sie erneuerte die Forderung, Lehramtsstudenten die Fahrtkosten für Praktika an Schulen außerhalb der Universitätsstandorte zu erstatten. „Man muss den jungen Leuten die Chance geben, den Schulalltag auf dem Lande kennenzulernen. Viele würden sich dann auch ohne Buschzulage für die Arbeit dort entscheiden“, zeigte sich Oldenburg sicher.

Kritisch äußerte sie sich auch zu den absehbaren Folgen der unterschiedlichen Vergütung. „All jene, die schon Jahre auf dem Lande ausharren und mit vielen Zusatzstunden und viel Engagement den Kollegenmangel dort ausgleichen, müssen sich doch veralbert vorkommen“, sagte Oldenburg. Dies müsse man schon als mögliches Problem sehen, räumte Reinhardt ein. „Aber das Problem, dass an ländlichen Schulen Stellen dauerhaft unbesetzt bleiben, das wiegt schwerer“, erklärte der Koalitionsvertreter und stellte sich damit hinter den Vorschlag aus dem SPD-geführten Bildungsministerium.

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