Busbrände in Parchim und Plau aufgeklärt - zwei Tatverdächtige

Das ist einer der mutmaßlichen Täter!!! Wir konnten das Foto machen, als der Mann von Polizeibeamten im Amtsgericht Parchim dem Haftrichter vorgeführt wurde.  Foto: Migb
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Das ist einer der mutmaßlichen Täter!!! Wir konnten das Foto machen, als der Mann von Polizeibeamten im Amtsgericht Parchim dem Haftrichter vorgeführt wurde. Foto: Migb

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27. September 2012, 05:21 Uhr

Die spektakuläre Serie von Busbränden in der Region Parchim und Plau am See scheint aufgeklärt zu sein. Der Mitinhaber des Busunternehmens in Plau am See und ein Mitarbeiter sind dringend tatverdächtig, wie der Schweriner Oberstaatsanwalt Stephan Hagemann am Donnerstag in Ludwigslust sagte. Der Schaden an Fahrzeugen und Gebäuden durch die insgesamt fünf Brandstiftungen betrage etwa 3,5 Millionen Euro. Insgesamt verbrannten 22 Busse sowie weitere Fahrzeuge.

Als wahrscheinliches Motiv gelten laut Hagemann die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Plauer Unternehmens. Der 39-jährige Mitinhaber und Sohn des Firmengründers soll gehofft haben, mit Versicherungsgeldern aus der wirtschaftlichen Misere herauszukommen. Er habe den Mitarbeiter zu den Brandsetzungen angestiftet, die der 26-Jährige wahrscheinlich allein ausführte. Beide Männer seien in Untersuchungshaft. Ob bereits Gelder von der Versicherung geflossen sind, konnte der Staatsanwalt noch nicht sagen.

Den Tatverdächtigen werden laut Hagemann seit Februar 2011 drei Brandstiftungen in Plau am See und zwei in einer Busfirma in Parchim vorgeworfen. Die Brände bei der kommunalen Reisedienst Parchim GmbH seien vermutlich zur Ablenkung gelegt worden. Es sollte der Eindruck entstehen, dass es ein Serienbrandstifter auf Busse abgesehen habe, sagte der Staatsanwalt. Die Tatverdächtigen äußerten sich bisher nicht zu den Vorwürfen.

Auf den 26-Jährigen deute jedoch ein Indiz hin, ein Schuhabdruck, der an einem der Tatorte gesichert worden sei. Ansonsten sei man dem Firmen-Mitinhaber über das mögliche Motiv auf die Spur gekommen.
Bisher seien etwa 160 Zeugen befragt worden. Die Ermittlungen laufen Hagemann zufolge auf Hochtouren weiter. Die Polizei hatte eigens zur Aufklärung der Brandfälle die Ermittlungsgruppe „Bus“ gebildet.
Der Brandserie waren zuletzt Anfang Januar acht Busse der Reisedienst Parchim GmbH in einer offenen Unterstellhalle in der Kreisstadt zum Opfer gefallen. Bei dem Brandanschlag war ein mutmaßlicher Täter von einer Überwachungskamera gefilmt worden. Er hatte sich demnach ein Loch in den Zaun um das Firmengelände geschnitten. Nur vier Minuten später habe es bei den Bussen gebrannt. Laut Staatsanwaltschaft wurde stets ein Bus mit Hilfe eines Brandbeschleunigers in Flammen gesetzt, das Feuer griff dann auf andere Fahrzeuge über.

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