zur Navigation springen

Lichtkunst in MV : Buntes Licht statt Dunkelheit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Finsternis den Kampf angesagt: Künstler beleuchten Städte und Events im Land

svz.de von
erstellt am 12.Jan.2017 | 11:45 Uhr

„Bunt ist Trend.“ Davon ist Elektrotechniker Michael Gronwald überzeugt. Der 47-jährige Lichtkünstler aus Falkenhagen bei Pritzwalk (Brandenburg) gründete 2013 mit den Mecklenburgern Matthias Dehn und Hendrik Liebenow in Domsühl bei Parchim das Netzwerk Strahlemann und Söhne. Das Trio hat mindestens 30 weitere „helle“ Köpfe um sich geschart, zusammen sorgen sie bundesweit bei Events und Rockfestivals, Musik- und Stadtfesten für Highlights im wahrsten Wortsinn.

 

Ein „Leuchtturm“ der großflächigen Illuminationen ist die Parchimer Licht- und Dekorationsausstellung L.U.D.A., die mittlerweile viermal die Kleinstadt jeweils zwei Abende in farbenfrohes Licht tauchte, wie Dehn sagt. Bei der Show im letzten Dezember wurden 30 Gebäude und Plätze kunstvoll dekoriert und dazu effektvoll illuminiert. Nächster Schauplatz solle Anfang April Grabow bei Ludwigslust sein.

Für Lichterfeste in Kommunen kämen gut und gerne rund 600 Lampen und Leuchtstellen sowie zwölf Kilometer Stromkabel zum Einsatz. Auf- und Abbau der überdimensionierten, beweglichen Schmuckobjekte aus Textilien, Glas und Metall, der Strahler, Leuchtmittel, Laser, Video-Beamer und energiesparenden lichtemittierenden Dioden, der LED, dauerten jeweils eine Woche. „Wir machen die Welt ein bisschen bunter“, sagt Dehn.

Stundenlang tüfteln die Technikfreaks in einer zur Werkstatt umgebauten Scheune im Dorf Domsühl an extravaganten Beleuchtungsideen. Da werden Dia-Projektoren auf tausend Watt Leistung aufgerüstet und selbst gebaute Mechaniken für immer wieder neue Farbspiele und Effekte miteinander kombiniert, wie die Illuminations-Experten erklären.

Schlichtes weißes Licht allein sei ihre Sache nicht, betont Gronwald.„Atmosphäre schaffen mit allen Mitteln ist das Ziel. Der künstlerische Aspekt zählt.“ Bunte Vielfalt sei nicht nur an Häusern gefragt, sondern ebenso in der Natur – an Bäumen, Büschen, Waldrändern. Fassaden würden mit Licht farbenfroh „angemalt“, Wege und Plätze angestrahlt. Sein Traum sei es, einmal große historische Gebäude wie das Schweriner Schloss ins rechte Licht zu rücken, gesteht Gronwald.

Wissenschaftler sehen in einer modernen Beleuchtung von Städten und Siedlungen viel mehr als nur optischen Spaß und bunten Schmuck. So wird in der Hochschule Wismar am internationalen Master-Studiengang „Architectural Lighting Design“, dem einzigen seiner Art in Deutschland, an den Lichttechnologien der Zukunft geforscht. LED bedeute einen Quantensprung, Diodenbeleuchtung lasse sich per Computer steuern, regeln, dimmen, lenken, inszenieren und beliebig farblich verändern, sagen Lichtdesigner der Hochschule.

Eine ausgeklügelte Außenbeleuchtung sei wichtig für das Wohlbefinden der Menschen in den Dunkelstunden, für ein Gefühl von Sicherheit und damit insgesamt für mehr Lebensqualität im öffentlichen Raum, erklärt Britta Hölzemann, Sprecherin der Deutschen Lichttechnischen Gesellschaft Berlin. „Stadtmarketing mit Licht liegt weltweit im Trend“, sagt sie.

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen