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Sommertour : Bunte Keramik in grüner Umgebung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Töpferhof Döscher in Hohenwoos in der Griesen Gegend zieht seit über 30 Jahren Gäste an

Es ist ausgesprochen grün in der Griesen Gegend, obwohl ihr plattdeutscher Name doch von „grau“ kündet: grüne Felder, grüne Wälder – eine Landschaft zum Entspannen. Über ruhige Straßen erreichen die Besucher gut 20 Kilometer südwestlich von Ludwigslust ein Ausflugsziel, das sich zu jeder Jahreszeit lohnt: den Töpferhof der Familie Döscher in Hohenwoos. Und das wird auch noch länger so bleiben, denn seit diesem Jahr hat der erst 28-jährige Hans-Heinrich den Hut auf.
„Meine Vorfahren kamen 1901 hierher, als es noch eine Ziegelei war“, erzählt der Junior. „Das war bis 1972 so, später haben meine Eltern ein Sägewerk eingerichtet, und seit 31 Jahren ist es Töpferhof.“

Vater Fritz baute den Handwerksbetrieb auf, die Erwachsenen nahmen sich das Töpfern nach und nach an. „Er sagt immer, wir hatten kein Material, wir hatten keine Ahnung, wir haben einfach losgelegt“, erzählt Hans-Heinrich Döscher. „Meine Oma hat gut gemalt, meine Mutter ist begabt im Modellieren von Zierkeramik, mein Vater hat selbst die Brennöfen gebaut. Sie haben im Arbeitsprozess gelernt.“ Wer sich auf dem Hof umschaut, sieht den Erfolg. Neben zwei Wohnhäusern und einem Ferienhaus stehen hier Töpferwerkstatt und Café und vor allem der ehemalige Trockenschuppen, in dem heute die Töpferwaren angeboten werden. „Unsere Produkte sind vielfältig und einzigartig“, wirbt der junge Chef. „Bei uns wird bestimmt jeder etwas finden, das ihm gefällt.“

Drinnen wie draußen ist genug Platz für die Veranstaltungen, die regelmäßig im Kalender stehen. Es beginnt mit dem Frühlingsmarkt eine Woche vor Ostern und endet mit dem zweitägigen Weihnachtsmarkt. Dazwischen finden monatliche Markttage statt, auf denen Handwerker und Künstler der Region ihre Erzeugnisse anbieten. Von Wurst oder Kräutern bis zu Gestricktem und Gehäkeltem ist alles dabei.

Der Plan, eines Tages den Hof zu übernehmen, reifte bei Hans-Heinrich Döscher während seines Praktikums im Organisationsbüro der Bundesgartenschau in Schwerin. Er studierte Agrarökologie in Rostock und ging danach acht Monate auf Reisen durch die halbe Welt, bevor er in die Griese Gegend zurückkehrte.
Der Hof gibt nicht nur der Familie Beschäftigung, sondern außerdem sechs Mitarbeitern in der Töpferei und im Hofcafé. Nicht ganz nebenbei betreiben Döschers auch Landwirtschaft auf über 50 Hektar.

Für den Junior gleicht jetzt kein Tag mehr dem anderen – zu viele Puzzleteile wollen zu einem stimmigen Bild, einem funktionierenden Betrieb zusammengefügt werden. Flexibel müsse man sein und improvisieren können, meint er.
„Aber das liegt mir und macht Spaß. Man muss ein bisschen Chaos mögen, es aber auch durchschauen können.“ Er lacht und geht an den Regalen im Ausstellungsraum vorbei. Er selbst hat erst vor kurzem das Töpfern gelernt. „Es ist doch besser, wenn man seine Ideen auch zeigen kann, statt nur darüber zu reden.“




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