Flugzeug stürzte im Zweiten Weltkrieg ins Meer : Bundeswehr will Wrack vor Rügen bergen

Eine deutsches Kampfflugzeug vom Typ Ju 87 Stuka (Sturzkampfbomber) fliegt waehrend des Zweiten Weltkriegs ueber einem unbekannten Ort (Foto vom 01.11.1940). Die Bundeswehr will ein im Zweiten Weltkrieg vor der Insel Ruegen ins Meer gestuerztes baugleiche Flugzeug bergen. Das Wrack liege etwa zehn Kilometer oestlich von Sassnitz in 16 Meter Tiefe auf dem Meeresgrund, sagte ein Sprecher des Militaerhistorischen Museums in Dresden. Foto: dpa
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Eine deutsches Kampfflugzeug vom Typ Ju 87 Stuka (Sturzkampfbomber) fliegt waehrend des Zweiten Weltkriegs ueber einem unbekannten Ort (Foto vom 01.11.1940). Die Bundeswehr will ein im Zweiten Weltkrieg vor der Insel Ruegen ins Meer gestuerztes baugleiche Flugzeug bergen. Das Wrack liege etwa zehn Kilometer oestlich von Sassnitz in 16 Meter Tiefe auf dem Meeresgrund, sagte ein Sprecher des Militaerhistorischen Museums in Dresden. Foto: dpa

Die Bundeswehr will ein im Zweiten Weltkrieg vor Rügen ins Meer gestürztes Flugzeug bergen. Viele Taucher haben das Sturzkampfflugzeug (Stuka) schon inspiziert. Doch seine Geschichte blieb bis jetzt ein Geheimnis.

svz.de von
04. Juni 2012, 10:14 Uhr

Sassnitz | Von Muscheln überwuchert, liegt das Wrack schon über 67 Jahre auf dem Ostseegrund. Viele Taucher haben das im Zweiten Weltkrieg ins Meer gestürzte und vor einigen Jahren entdeckte Sturzkampfflugzeug (Stuka) schon inspiziert. Doch seine Geschichte blieb ein Geheimnis. Nun wollen Historiker versuchen, mehr über das Schicksal seiner Besatzung zu erfahren. Dazu sollen Taucher eines Pionierbataillons der Bundeswehr vor der Insel Rügen eines der letzten noch existierenden Wracks einer Junkers Ju 87 bergen.

Die teilweise im Muschelschlick versunkene Maschine am Fundplatz "Jasmund 121" liege etwa zehn Kilometer östlich von Sassnitz in 18 Metern Tiefe, sagt Unterwasserarchäologe Kai Schaake. Das Wrack stehe unter Denkmalschutz. "Viele Legenden ranken sich um diese Stuka, gesicherte Erkenntnisse aber gibt es keine."

Vor einiger Zeit wollen Taucher im Umfeld des Flugzeugs einen Schuh gesehen haben. Ob sich die Gebeine der Insassen des möglicherweise abgeschossenen Tiefdeckers noch in dem unzugänglichen Flugzeuginnern befinden, das Wrack möglicherweise also sogar ein Kriegsgrab ist, weiß keiner ganz genau. Die Maschine liege außerhalb der Zwölfmeilenzone und befinde sich folglich in Bundesbesitz, sagt Michael Bednorz, Chef des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege.

Schon in dieser Woche will die Bundesmarine einen Schlepper in das Seegebiet schicken. Dann sollen zunächst Marinetaucher das Schlachtflugzeug untersuchen, das seinerzeit beim Aufprall auf die See offenbar nicht auseinandergebrochen war und sich noch in einem relativ guten Zustand befinden soll. "Wir haben großes Interesse an dieser Maschine", sagt Sebastian Bangert, Sprecher des Militärhistorischen Museums Dresden, das auf dem Gelände des ehemaligen Luftwaffenmuseums in Berlin-Gatow einen Museumsflugplatz betreibt. Immerhin gebe es weltweit nur noch zwei vollständig erhaltene Stukas, in Museen in Chicago und London. In Deutschland sei eine beschädigte, einst über dem Mittelmeer abgestürzte Ju 87 im Auto- und Technikmuseum Sinsheim zu sehen. Sie war 1989 von einem deutsch-französischen Taucherteam aus 90 Metern Tiefe geborgen worden. Eine weitere, lädierte Stuka, die in der russischen Tundra gefunden wurde, gehört heute dem Deutschen Technikmuseum Berlin.

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