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Sicherheit : Bund unterstützt Stärkung des Kinderschutzes in MV

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Schwere Kindeswohlgefährdungen, die teilweise auch zum Tod der Kleinen führten, haben Lücken im Netz der Fürsorge offenbart. Die Länder haben daraufhin die Netzwerke enger geknüpft und der Bund hilft finanziell.

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erstellt am 30.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern erhält für seine Netzwerke zur Stärkung des Kinderschutzes dauerhaft Finanzhilfe vom Bund. Wie Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) am Dienstag in Schwerin sagte, fließen von 2018 an über eine Bundesstiftung jährlich knapp 1,2 Millionen Euro in den Nordosten. Gut 800 000 Euro davon würden zur Bezahlung der Netzwerk-Koordinatoren in den sechs Landkreisen und den kreisfreien Städten Rostock und Schwerin sowie zur Qualifizierung der Familienhebammen genutzt. Rund 200 000 Euro stünden zur Förderung von ehrenamtlichen Einzelprojekten zur Verfügung, 120 000 koste die Verwaltung.

In den Netzwerken der Kreise und Städte sind laut Drese vor allem Mediziner und Mitarbeiter aus der Kinder- und Jugendhilfe vereint.

Deren Ziel sei es, frühzeitig Warnsignale zu Störungen in der Eltern-Kind-Beziehung zu erkennen, um so rasch reagieren zu können.„Es geht darum, junge Mütter und Väter zu unterstützen - von Geburt ihres Kindes an“, sagte Drese, die nach eigenen Angaben am Dienstag vom Kabinett beauftragt wurde, die Vereinbarung mit dem Bund zu unterzeichnen.

Als vorbildlich stellte die Ministerin die Zusammenarbeit in der Stadt und im Landkreis Rostock heraus. Dort gebe es jeweils regelmäßige Treffen der Beteiligten, bei denen anonymisiert über mögliche Bedarfsfälle und Hilfsstrategien beraten werde. „Wir brauchen einen Türöffner, um dann auch zu den Eltern zu kommen, die Hilfe benötigen“, erklärte Drese.

Tragische Fälle schwerer Kindeswohlgefährdung unter anderem in Schwerin und Bremen hatten zu einem gemeinsamen Vorgehen von Bund und Ländern und zur Bildung des Hilfs-Fonds geführt, der jährlich insgesamt 51 Millionen Euro umfasst. In Schwerin war im November 2007 die fünfjährige Lea-Sophie an Unterernährung gestorben. Den Behörden war damals eine Mitschuld angelastet worden. Als Reaktion auf den Hungertod des Mädchens war die landesweite Kinderschutz-Rufnummer 0800 - 14 14 007 eingerichtet worden, die laut Ministerium jährlich mehrere hundert Mal genutzt wird.

Wie aus dem Kinderschutz-Bericht des Sozialministeriums hervorgeht, werden in Mecklenburg-Vorpommern in jedem Jahr etwa 1000 Kinder vorsorglich aus ihrem Familienumfeld herausgenommen, weil es begründete Hinweise auf Gefährdung des Kindeswohls gibt. Die Zahl der Verdachtsfälle liegt gut dreieinhalb Mal höher. Häufig diagnostizieren Fachleute Bedarf an erzieherischer Hilfe. Auf präventive Unterstützung zielt laut Drese die Arbeit der Netzwerke.„Frühe Hilfen haben sich als ein zusätzliches Versorgungselement in Deutschland etabliert“, zeigte sie sich überzeugt.

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