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BUND fordert mehr Rücksicht bei Energiewende

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erstellt am 25.Apr.2013 | 10:37 Uhr

Schwerin/Güstrow | Bei der Energiewende will die Umweltorganisation BUND den Natur- und Umweltschutz sowie die Belange der Bürger besser berücksichtigt wissen. Wem Windräder vor das Haus gestellt werden, der müsse finanziell auch etwas davon haben. Da Windräder Maklern zufolge den Wert von Immobilien mindern, sollte für die Anlieger wenigstens der Strompreis geringer sein, sagte die Landesgeschäftsführerin des Bundes für Umwelt und Naturschutz, Corinna Cwielag. Die Gemeinden sollten mehr Gewerbesteuern von Windparks einnehmen können und besser an den Planungen beteiligt werden.

Bei der Errichtung von Windanlagen fordert der BUND die Beschränkung auf offene Flächen. "Der Wald muss ausgeschlossen werden", sagte Cwielag. Nach ihren Angaben schielt die Landesforstanstalt auf Einnahmen. Ein Windrad bringe 50 000 Euro Pacht im Jahr. Auch Waldränder seien sensible Flächen. Es gehe dem BUND vor allem um den Schutz von bedrohten Arten wie Schreiadler, Schwarzstorch, Milan und Fledermaus.

Bei Biogasanlagen fordert der Umweltverband ein Moratorium für Anlagen, die allein mit Mais und Gülle arbeiten und damit die Monokultur Mais und Massentierhaltung fördern. Neue Anlagen müssten Reststoffe wie Grünschnitt aus der Landschaftspflege oder Zwischenkulturen vom Acker verarbeiten. Bei Photovoltaikanlagen kritisiert der BUND den zunehmenden Flächenverbrauch und ist sich dabei einig mit dem Bauernverband, wie Cwielag sagte. Die Anlagen sollten auf Dächern installiert werden. Sinnvoll wäre auch noch die Nutzung ehemaliger Deponieflächen, von Industrie- und Gewerbebrachen oder alten Militärflächen, sofern sie keine Bedeutung für den Naturschutz haben. Photovoltaikanlagen in Kiesgruben sieht Cwielag skeptisch. Nicht mehr genutzte Gruben müssten renaturiert werden. Da derzeit wenig gebaut und wenig Kies gebraucht werde, versuchten Kiesgrubenbesitzer, Geld mit Sonnenenergie zu verdienen. Das sei verständlich, aber keine Alternative zur Renaturierung der Flächen, sagte sie.

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