Weltwassertag : BUND: Flüsse in MV zu hoch mit Nährstoffen belastet

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Reste vor allem aus der Landwirtschaft finden sich in Gewässern wieder.

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22. März 2018, 05:00 Uhr

Vor dem Weltwassertag am 22. März hat die Umweltorganisation BUND am Mittwoch auf den schlechten Zustand der Gewässer in Mecklenburg-Vorpommern hingewiesen. Die Belastung der Fließgewässer mit Nährstoffen sei weiterhin zu hoch, sagte der Agrarexperte des BUND im Land, Burkhard Roloff, unter Berufung auf Berechnungen des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG).

Modellrechnungen hätten Stickstoff-Überschüsse für die Einzugsgebiete der Fließgewässer pro Jahr von 65 Kilogramm je Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche ergeben. Der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat je Liter sei 2017 an 19 Bächen und Flüssen sowie an 59 der 370 Grundwasser-Messstellen im Land überschritten worden.

In Mecklenburg-Vorpommern entsprechen demnach 97 Prozent der Fließgewässer und 82 Prozent der Seen sowie alle Küstengewässer nicht dem sogenannten „guten ökologischen Zustand“. Das Ziel der europäischen Wasserrahmen-Richtlinie, bis 2027 diesen Zustand herzustellen, sei nicht mehr zu erreichen.

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Als Hauptursachen für den schlechten Gewässerzustand sieht Roloff die Begradigung oder Verrohrung von Flüssen und Bächen und die Entwässerung von Landwirtschaftsflächen. Außerdem spielten überschüssige Nährstoffe aus der industriellen Tier- und Pflanzenproduktion wie Kunstdünger und Gülle eine Rolle, außerdem chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Tiermedikamente.

Der Weltwassertag 2018 soll für eine größere Naturnähe im Gewässermanagement werben. Dass dies Erfolge bringt, zeigt Roloff zufolge die Recknitz, deren alter Lauf von 1997 bis 2001 zwischen Bad Sülze und Dudendorf auf einer Länge von 9,4 Kilometern wiederhergestellt worden war. Sie sei jetzt einer der wenigen Ostseezuflüsse, die deutlich weniger Nährstoffe in das Meer transportieren.

Auch an der Nebel, dem mit 74 Kilometern Länge größten Zufluss der Warnow, sei der natürliche Flussverlauf streckenweise wiederhergestellt worden. Zu einer natürlichen Struktur gehörten auch Bäume am Ufer, die für mehr Beschattung und damit eine größere Selbstreinigung und weniger Nährstoffe sorgen. „Das hat weniger Kraut in den Fließgewässern zur Folge, dadurch besseren Durchfluss und letztendlich besseren Hochwasserschutz.“   Laut Umweltbundesamt ist der Gewässertyp des Jahres 2018 der „Sandige Tieflandbach“, zu dem kleine Bäche in den sandigen Tieflandregionen Deutschlands gehören.

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