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Bundesstraße 106 und 321 : Bummel-Baustellen nerven Pendler

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Straßensanierung zieht sich seit Monaten hin - Kürzere Bauzeiten stoßen an finanzielle Grenzen

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2015 | 06:30 Uhr

Trödelei im Straßenbau: Die Sanierung wichtiger Zufahrtsstraßen wird in Westmecklenburg für zehntausende Pendler seit Monaten zum Geduldsspiel. Kilometerlange Staus, Umleitungen, Geschwindigkeitsbegrenzungen über Wochen: Mindestens drei Baustellen an den täglich von zehntausenden Autofahrern genutzten Bundesstraßen 106 und 321 haben sich zu den größten Bummelbaustellen Mecklenburgs entwickelt, ergab ein Baustellentest unserer Redaktion.

So waren die Arbeiten beispielsweise an der fast zwei Kilometer langen Straßenerneuerung der B 106 in Höhe Stern Buchholz vergangene Woche nahezu komplett zum Erliegen gekommen. Während Autofahrer vor allem im Berufsverkehr lange an der Ampel für die einseitige Sperrung ausharren mussten, wurde trotz bestem Bauwetter nicht ein Bauarbeiter gesehen. An dem Abschnitt wird bereits seit August gebaut. Alles im Zeitplan, heißt es im Verkehrsministerium. Voraussichtlich am ersten Dezemberwochenende solle die abschließende Deckschicht über alle acht Teilabschnitte der Baustelle gelegt werden.

Frust auch an der Baustelle an einer der wichtigsten Durchfahrtsstraßen Schwerins: 17 000 Fahrzeuge nutzen den Weg täglich über die Bundesstraße 321 am Grünen Tal im Stadtteil Großer Dreesch. Auf 712 Metern lässt die Stadt die Straße inklusive Geh- und Radweg sowie Regenentwässerung in zwei Abschnitten bis Oktober 2016 erneuern – für 2,7 Millionen Euro. Doch auch dort ziehen sich die Arbeiten seit Monaten hin – kein Ende der Staus im Berufsverkehr.

Wenige Bauleute im Einsatz

Kein Wunder: Auch auf dieser aufwendigen Baustelle wurde stellenweise nur mit sechs bis acht Bauleuten gearbeitet – und weniger. Straßenbaustellen seien unvermeidlich mit Beeinträchtigungen verbunden, rechtfertigt sich die Verkehrsbehörde der Stadt. Neue Leitungen in großen Tiefen, Munitionssuche im Trassenberich, neue Straße: Das Projekt sei aufwendig, vergleichbar mit einer Autobahnbaustelle. Die Bauarbeiten lägen im Zeitplan und könnten voraussichtlich vor der vereinbarten Fertigstellung im Oktober 2016 beendet werden.

Frust ebenso in Ludwigslust: Dort wird seit knapp einem Jahr an der Bundesstraße 106 an einer neuen Brücke über den Ludwigsluster Kanal gebaut. Kosten: 800 000 Euro. Seit Tagen ist der neue Straßenbelag verlegt, die Straße eigentlich komplett. Der Verkehr muss sich trotzdem über eine Umleitung quälen – 10 000 Fahrzeuge am Tag. Die Restarbeiten ziehen sich in die Länge. Kein Wunder: Bauarbeiten sind nur vereinzelt zu sehen. Prüfarbeiten seien noch notwendig gewesen, begründet das Verkehrsministerium. Jetzt ist eine Ende absehbar. Ende der Woche soll der Verkehr wieder rollen.

Lange Bauzeiten auf der Straße

Die Straßenbaubehörden nehmen sie offenbar in Kauf. Die Beschleunigung von Baumaßnahmen habe technische und organisatorische Grenzen, heißt es im Verkehrsministerium – und finanzielle. So seien Ausschreibungen mit kürzeren Bauzeiten und mehr Personal- und Technikeinsatz teurer. Pendler würden immer von Baustellen beeinträchtigt sein, sagte ein Sprecher. Schlaglöcher könne man ohne Baustellen nicht beseitigen.

 

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