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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 07:39 Uhr

USA : Bürgerrechtler verlangen neuen Prozess

vom

Der Freispruch im Prozess um den erschossenen schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin erhitzt in den USA weiter die Gemüter. Proteste in den Straßen der großen amerikanischen Städte.

svz.de von
erstellt am 15.Jul.2013 | 07:45 Uhr

Washington | Der Freispruch im Prozess um den erschossenen schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin erhitzt in den USA weiter die Gemüter. Binnen Minuten nach Veröffentlichung einer Petition der schwarzen Bürgerrechtsbewegung NAACP brach deren Webseite zusammen. So massiv war die Reaktion von besorgten Amerikanern, die ihre Unterschrift unter den Aufruf setzen wollten. "Es wird Zeit, dass das Justizministerium handelt", heißt es in der Eingabe. Minister Eric Holder wird aufgerufen, den Todesschützen George Zimmerman (29) wegen der Verletzung "eines fundamentalen Bürgerrechts, des Rechts auf Leben" vor ein Bundesgericht zu stellen.

Parallel dazu mobilisieren Führer der Bürgerrechtsbewegung Proteste in den Straßen der großen amerikanischen Städte. In Washington marschierten Demonstranten durch den U-Street-District. "Nur weißes Leben ist geschützt in Amerika" stand auf Plakaten. In New York trugen Demonstranten lebensgroße Pappfiguren Trayvons durch die Lower East Site, die den 17-Jährigen in einem Kapuzenpullover zeigen. Einen solchen trug der schwarze Junge auch in der Nacht des 26. Februar 2012, als der selbsterkorene Nachbarschaftswächter George Zimmerman ihn verfolgte und später erschoss.

"Keine Gerechtigkeit, kein Frieden", hallte es auch durch die Straßen von Atlanta, Baltimore, Chicago, Detroit, Houston, Los Angeles, Miami, Philadelphia oder San Francisco. Während es vereinzelt zu Rangeleien mit der Polizei kam, blieben die Proteste überwiegend friedlich.

Dazu hatten die Eltern Trayvon Martins und Führer der Bürgerrechtsbewegung aufgerufen. Auch US-Präsident Barack Obama mahnte zur Besonnenheit. Er nannte den Tod des Jugendlichen "eine Tragödie für Amerika". Jeder Einzelne, aber auch die Gesellschaft müsse darüber nachdenken.

Für die NAACP ist der Kurs für die nächsten Tage klar. Die Bürgerrechtsbewegung will den Druck auf das Justizministerium aufrechterhalten, Zimmerman wegen eines Hassverbrechens anzuklagen. Das Ministerium signalisierte, es werde die Ermittlungen in dem Fall fortsetzen, die es im April vergangenen Jahres aufgenommen hatte. Experten warnen vor zu hohen Erwartungen. Die Latte für einen Prozess nach Bundesrecht liege ähnlich hoch wie in dem Strafverfahren in Florida.

In Florida dürfen sich Bürger, die sich von einem Gewaltverbrechen bedroht sehen, mit allen Mitteln wehren - bis hin zur Tötung des mutmaßlichen Angreifers. Die Regelung ist unter dem Namen "Stand-Your-Ground-Law" (deutsch: Nicht von der Stelle weichen) bekannt. Ähnliche Gesetze gelten in vielen anderen US-Bundesstaaten.

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