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Landtagswahl : Bürgermeister wollen mit Mini-Partei in den Landtag

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Ungewöhnliches Bündnis „Achtsame Demokraten“ treten von Hiddensee aus zur Landtagswahl an.

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erstellt am 20.Mai.2016 | 05:55 Uhr

Schwerin  Es ist das wohl ungewöhnlichste Bündnis, das jemals zu einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern angetreten ist.   Die „Hiddenseepartei  achtsame  Demokraten“  um den Insel-Bürgermeister Thomas  Gens hat sich mit einigen anderen parteilosen   Bürgermeistern des Festlands verbündet, um in den Landtag einzuziehen. Sie selbst rechnen sich einige Chancen aus.

 „Wir sind nicht rechts, wird sind nicht links, wir sind vorn“, beschreibt Jörg Mehrwald  die politische Ausrichtung des Bündnisses.  Mehrwald ist Parteisprecher und  Betreiber des Kinos auf der Insel. Seine Mini-Partei ist von Thomas Gens und einigen anderen ehemaligen CDU-Mitgliedern 2013 gegründet worden und aktuell mit nur 20 Mitgliedern stärkste politische Kraft auf Hiddensee.

Bei den  neuen Verbündeten auf dem Festland findet man  regional so bekannte  Namen wie  den von Britta Brusch-Gamm, Bürgermeisterin in Crivitz bei Schwerin, oder Viola Tonn, Bürgermeisterin in Wöbbelin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) oder André Bonitz, Bürgermeister in Eixen (Landkreis Vorpommern-Rügen). Ihr politisches Credo: „Die Kommunen müssen mehr Gewicht  in der Landespolitik bekommen.“  Zu wenig Geld für Städte und Gemeinden, zu viel Regulierung und zu viel Zentralisierung seien die Defizite in der Landespolitik.  Ein  frischer Wind müsse her. 

Der soll  ausgerechnet von der Insel Hiddensee kommen. Denn um das Schloss zu erobern, brauchen die parteilosen Bürgermeister aus ihrer Sicht eine Partei.  „Wir wollen nicht als Einzelkandidaten antreten, sondern unsere Kompetenzen bündeln“, sagt Bürgermeisterin Brusch-Gamm. Weil aber die traditionellen Parteien nicht infrage kämen und die AfD keine wirkliche Alternative für Deutschland  sei, habe man sich  umgesehen und sei bei der Hiddenseepartei fündig geworden.  Die Satzung gestattet den Bürgermeistern  eine Mitarbeit in allen Bereichen, ohne Parteimitglied zu sein – ideal für die parteilosen Bürgermeister. Schon im  Herbst 2015 seien erste Gespräche geführt worden. Inzwischen steht die Landesliste mit 17 Kandidaten und für  zwölf Wahlkreise gibt es auch bereits Direktkandidaten.  

 Thomas Gens auf Platz eins der Landesliste und Parteichef ist  kein Unbekannter. Er hatte schon 2011 auf Ticket der CDU für den Landtag kandidiert. Seiner Partei soll er damals aber verschwiegen haben, dass er Jahre zuvor für die rechtsradikale DVU auf Rügen aktiv war. Auch über eine frühere inoffizielle Mitarbeit beim Staatssicherheitsdienst der DDR hatte er seine Parteifreunde nicht informiert.  Gens trat aus der CDU aus, gründete seine Partei  und wurde von den Insulanern  trotz aller Vorwürfe zum Verwaltungschef gewählt.

Mit den neuen Verbündeten blickt die  Hiddenseepartei    trotz ihrer  kleinen Mitgliederzahl  optimistisch auf die Wahl am 4. September. „Fidel Castro ist auch nur mit 80 Mann und einer Yacht auf  Kuba gelandet“, versucht Jörg Mehrwald einen historischen Vergleich. Das Ende sei bekannt.

 

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