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Mecklenburg-Vorpommern

13. Dezember 2017 | 06:33 Uhr

Bürgermeister vor Rathaus überfallen

vom

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2012 | 06:34 Uhr

Boizenburg | Gestern Mittag, um 12.05 Uhr, tritt Bürgermeister Harald Jäschke ahnungslos vors Rathaus, als er nur noch ein lautes "Komm" hört. Dann drängt ihn ein Mann in den Rathausflur, hält ihn fest, während eine ältere Frau vier-, fünfmal auf den Kopf des Bürgermeisters einschlägt und ihn auch mehrfach trifft. Dann kann sich das robuste Stadtoberhaupt befreien und um Hilfe rufen. Eine Mitarbeitern informiert sofort die Polizei, die aber die Flüchtigen zunächst nicht fassen kann. Das braucht sie auch nicht, denn die beiden Schläger sind nicht nur dem Bürgermeister mehr als bekannt. Nach SVZ-Informationen handelt es sich um den 39-jährigen Matthias S. und seine 64-jährige Mutter Edelgard, die dem Bürgermeister auflauerten. Aktueller Anlass war wohl die bevorstehende Zwangsversteigerung des Wohnhauses der beiden in der Birkenstraße.

Bürgermeister Jäschke blieb bei der gestrigen Aktion nach eigenen Aussagen unverletzt. Er gab aber zu, völlig überrascht gewesen zu sein. "Ich war erst einmal froh, der Attacke entronnen zu sein", sagte er der Schweriner Volkszeitung gestern im Gespräch unmittelbar nach dem Überfall. Die Polizei hat längst die Ermittlungen wegen gemeinschaftlich begangener Körperverletzung aufgenommen. Allerdings ist wohl nicht damit zu rechnen, dass beide in Haft genommen werden. Obwohl die Polizei bestätigte, dass beide Personen mehrfach durch Delikte aufgefallen sind. Vor allem der Sohn hat es auf etliche Fälle von Hausfriedensbruchs, Verleumdungen und Beleidigungen gebracht. Jäschke hielt sich nach dem Überfall sichtlich zurück in seinen Äußerungen, gab aber zu, trotz des Überraschungsmomentes beide Personen klar erkannt zu haben. Aber eigentlich wollten er und auch die Mitarbeiter seiner Verwaltung mit beiden möglichst nichts zu tun haben.

Der Überfall auf den direkt gewählten Bürgermeister hat nämlich eine lange Vorgeschichte, die nach Informationen unserer Zeitung 2009 begann. Damals bezichtigte Matthias S. Bürgermeister Jäschke mehrerer angeblicher Vergehen. Der ließ sich das wegen der Härte der Vorfälle nicht gefallen und wehrte sich juristisch, der 39-Jährige wurde vor dem Hagenower Gericht zu 120 Tagessätzen verurteilt. Das Landgericht befand ihn später für nicht schuldfähig. Seitdem tobt das, was man einen erbitterten Kleinkrieg von Matthias S. gegen die Person des Bürgermeisters nennt.

Dabei scheint der Mann weder Grenzen noch Zurückhaltung zu kennen. Gleich mehrfach hat er die Abläufe in der Verwaltung so massiv gestört, dass einige in der Stadt jetzt auch schon Angst haben. Auch in Privathäusern ist der Mann immer wieder aufgetaucht.

In der Redaktion der Schweriner Volkszeitung ist er gleich mehrfach aufgetaucht, um irgendwelche Schriftstücke mit kruden Verdächtigungen vorbeizubringen, die veröffentlicht werden sollten und die vor allem Harald Jäschke schaden sollten. Alle Anzeigen haben bisher wenig gebracht, weil es wegen der anerkannten Nichtschuldfähigkeit zu keinem Ermittlungsverfahren kam.


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