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Ungewöhnliche Idee in Poseritz auf Rügen : Bürgermeister: Babygeld aus eigener Tasche

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Finanzlöcher zwingen Gemeinden in MV zunehmend zur Streichung des Begrüßungsgeldes für Neugeborene. Auch Poseritz ist in Geldnot, doch Bürgermeister Michael Burmeister sorgt mit einer ungewöhnlichen Idee für Furore.

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erstellt am 24.Okt.2012 | 10:55 Uhr

Stralsund | Finanzlöcher in kommunalen Kassen zwingen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend zur Streichung des Begrüßungsgeldes für Neugeborene. Auch Poseritz auf Rügen ist in Geldnot, doch Bürgermeister Michael Burmeister sorgt mit einer ungewöhnlichen Idee für Furore. Der 72-Jährige zahlt für jedes Baby, das in seiner 1100-Einwohner-Gemeinde geboren wird, ein Begrüßungsgeld von 500 Euro aus der eigenen Tasche - wohl einmalig im Land.

"Eine Gemeinde hat nur eine Zukunft, wenn sie auch kinder- und familienfreundlich ist", begründet Burmeister gegenüber unserer Redaktion sein Engagement. Die Auszahlung ist gestaffelt. Gleich nach der Geburt des Neuankömmlings übergibt der Pensionär 100 Euro, weitere 100 Euro folgen an jedem Geburtstag des Kindes bis zu Beginn seines fünften Lebensjahres. Einzige Bedingung: Die Kinder müssen in Poseritz gemeldet sein und dort die Kindertagesstätte besuchen. Seit 2010 fördert der frühere Berufsmusiker so den Nachwuchs seiner Gemeinde. "Seitdem erblickten 26 Babys das Licht der Welt" berichtete er stolz. Burmeister war ursprünglich von fünf Kindern pro Jahr ausgegangen.

Das Begrüßungsgeld nimmt er von der monatlichen Aufwandsentschädigung von 700 Euro, die er für seine Arbeit als Bürgermeister erhält. Inzwischen kam sogar Post von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU): "Ihr großzügiger Beitrag ist ein Geschenk für die gesamte Gesellschaft."

Burmeister, der als Cellist in Schwerin und Berlin gespielt hat, betreibt seit den 90er-Jahren als Selbstständiger ein paar Ferienwohnungen auf Rügen. 2014 könnte allerdings mit dem Babygeld in Poseritz Schluss sein. Dann will der heute 72-Jährige sein Amt nach 15-jähriger Dienstzeit an den Nagel hängen.

Andere Kommunen haben in diesem Jahr bereits das Babygeld gekürzt oder gestrichen. Die Gemeinde Lüttow-Valluhn (Ludwigslust-Parchim) halbierte die Prämie 2012 von 500 auf 250 Euro. Dagegen zahlt Stavenhagen mit 1000 Euro weiterhin die höchste Summe. 239 Familien haben in der Reuterstadt bisher das Begrüßungsgeld erhalten.

Die großen Städte Rostock, Schwerin und Neubrandenburg haben noch nie

Begrüßungsgeld für Babys gezahlt oder die Sonderprämie bereits vor Jahren eingestellt.

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