Sturm der Entrüstung : Bürger lehnen Windpark ab

Bleibt den Falkenhagenern erspart: Der Ausblick auf einen Windpark. Foto: Felix Alex
Bleibt den Falkenhagenern erspart: Der Ausblick auf einen Windpark. Foto: Felix Alex

Nach den Protesten ortsansässiger Bürger ist der Bau von Windenergieanlagen im Bereich Falkenhagen durch die Stadtvertreter von Rehna abgelehnt worden. Die Windkraftanlagen bleiben nun den Anwohner erspart.

svz.de von
03. Juli 2012, 05:45 Uhr

Falkenhagen | Nach zahlreichen Protesten ortsansässiger Bürger ist der Bau von Windenergieanlagen im Bereich Falkenhagen durch die Stadtvertreter von Rehna abgelehnt worden. Bis zu neun, 150 Meter hohe, Windkraftanlagen, die bei Zustimmung hätten errichtet werden können, bleiben nun den Anwohner erspart.

Ausgangspunkt der Empörung war eine Anfrage zur Ausweisung eines Eignungsraumes für Windenergieanlagen, die der Stadt Rehna vorlag. Bereits im Vorfeld der Stadtvertretersitzung hatte es zahlreiche Bedenken gegenüber dem Windpark gegeben. Die Rotationsgeräusche und die ständig blinkenden Lampen der Hindernis-Befeuerung waren die größten Kritikpunkte der Bürger von Löwitz und Falkenhagen und führten letztendlich zum Scheitern des Genehmigungsverfahrens. Um eine objektive und allen Seiten gerechte Entscheidung zu gewährleisten hatte die Stadt die Einwohner von Löwitz und Falkenhagen im Vorfeld schriftlich um Abstimmung gebeten. Denn "wir wollten nicht über die Köpfe der Bürger hinweg bestimmen", begründete Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg die Aktion. Insgesamt sendeten 134 der 149 Einwohner über 16 Jahre ihre Abstimmungbögen an die Stadt zurück. Das Ergebnis hätte deutlicher fast nicht ausfallen können. 130 Bürger waren gegen die Ausweisung des Eignungsraumes. Dem gegenüber standen lediglich drei Befürworter und eine Enthaltung.

Doch allein auf die Abstimmungsbögen wollten sich die Betroffenen nicht verlassen und sendeten deshalb die Ortsteilberufene Brunhilde Drewes zur Stadtvertretersitzung, die mit ihrer Reden dem Anliegen Nachdruck verleihen sollte und den Anwohnern somit ein Gesicht zu geben. "Das dauernde Blinken der neun Mühlen hat nichts mehr mit einer Kulturlandschaft zu tun und jeder, der schon einmal einen Sonnenaufgang hinter diesen diesen Windenergieanlagen gesehen hat, weiß, wie sehr er dadurch zerstört wird", so Drewes. Anschließend rief sie die Stadtvertreter auf sich selbst einmal ein Bild von diesen Bedingungen zu machen. In ihren Ausführungen betonte die Ortsteilberufene dennoch mehrmals, dass nichts gegen regenerative Energien im allgemeinen sprechen würde, allerdings dieser Standort falsch gewählt wäre, sollte es zu einem Bau kommen. Bevor die Rehnaer Vertreter zu ihrer Abstimmung kamen erinnerte Drewes nochmals daran, dass "wenn heute hier ja gesagt wird, hat keiner mehr was in der Hand, dann ist es ein Selbstlauf."

Ähnlich sahen es dann auch die Stadtvertreter selbst, die den Antrag anschließend Einstimmig ablehnten. Alfred Böttcher fasste die Entscheidung des Gremiums folgendermaßen zusammen: "Natürlich haben wir nichts gegen erneuerbare Energien. Diese sind richtig und wichtig und sollten vorangetrieben werden. Allerdings muss genau bedacht werden, wo solche Anlagen sinnvoll sind."

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