zur Navigation springen

Stralsund : Bürger für Schutz von Welterbestädten begeistern

vom

Stralsund gehört wie Wismar seit 2002 zum Unesco-Welterbe. Experten aus 19 Welterbestädten beraten derzeit über Formen der Bürgerbeteiligung. Mitbestimmung sei wichtig, sagen die Fachleute.

svz.de von
erstellt am 27.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Mit dem Titel Unesco-Welterbe allein ist es nicht getan - viel mehr sollten in Welterbestädten auch die Bürger für die erhaltenswerten Bauten begeistert werden. „Das Erbe ist wirklich bedeutend, wenn es für den einzelnen Bürger bedeutend ist“, sagte der Regionalkoordinator der Organisation der Welterbestädte (OWHC), Matthias Ripp, am Dienstag in Stralsund. Bürger sollten - parallel zur Bürgerbeteiligung in formellen Verfahren - deshalb verstärkt in die Weiterentwicklung ihrer denkmalträchtigen Orte eingebunden werden.

In Stralsund beraten bis Donnerstag rund 60 Experten aus 19 Welterbestädten über verschiedene Formen der Bürgerbeteiligung. Mit dem Treffen bereiten sich die Welterbe-Vertreter auf den Weltkongress der OWHC im Jahr 2017 in Gyeongju/Südkorea vor - wo der Blick auch auf Bürgerbeteiligung in Welterbestädten anderer Kontinente geworfen wird.

In Westeuropa gebe es viele positive und bewährte Erfahrungen mit Bürgerbeteiligungsmodellen, sagte der Regensburger Matthias Ripp, der als  Koordinator der Organization of World Heritage Cities für Nordwesteuropa zuständig ist. Doch dort, wo NGOs und Vereine fehlten, sei es viel schwieriger entsprechende Strukturen zu etablieren.

Der Stralsunder Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) bezeichnete Bürgerbeteiligung als einen gemeinsamen Kommunikationsprozess, um für Vorhaben der Stadt die beste Lösung zu finden.  Für die Hansestadt, die seit 2002 Welterbe-Stadt ist, zog Welterbe-Managerin Steffi Behrendt ein positives Fazit. In Stralsund sei die Welterbebewegung von Anfang an von einer breiten bürgerschaftlichen Zustimmung getragen gewesen. Man habe früh erkannt, das das Welterbe nicht gegen die Bürger, sondern nur mit ihnen entwickelt werden könne.

Der Bürgerbeteilungsprozess sei aber auch ein Lernprozess gewesen, sagte Behrendt. So seien beispielsweise für die Planungen zur Neugestaltung des Neuen Marktes drei Bürger-Workshops durchgeführt worden. Im Zuge dieser Workshops hätten sich die Bürger gegen die Weiternutzung des Marktes als Parkplatz entschieden. Die Ergebnisse der Workshops fließen nun in die weiteren Planungen ein, sagte Behrend. Wichtig sei, Bürger-Diskussionen ergebnisoffen zu führen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen