LKA-Prozess : Buch in U-Haft geschrieben

Die Angeklagten (vorn rechts, hinten Mitte) und ihre Anwälte
Die Angeklagten (vorn rechts, hinten Mitte) und ihre Anwälte

Wegen Bestechung Angeklagte verlegt Handlung in die JVA Bützow

svz.de von
18. Januar 2017, 08:00 Uhr

Eine wegen Bestechung eines Beamten des Landeskriminalamtes (LKA) angeklagte ehemalige Journalistin hat in der Untersuchungshaft ein Buch geschrieben und eine Fernseh-Serie konzipiert. Sie hoffe, sich auch nach ihrer bevorstehenden Gefängnisstrafe mit dieser Art von Arbeit beschäftigen zu können, sagte Christina W. gestern vor dem Landgericht Schwerin.

Gegenüber unserer Zeitung sagte sie, das Buch handele von ihrem Aufenthalt in der Justizvollzugsanstalt Bützow, wo sie in den vergangenen acht Monaten sehr gut behandelt worden sei. Einen Verlag habe sie bereits gefunden. In der TV-Serie gehe es um Erlebnisse von Mitarbeitern des Wachpersonals einer Haftanstalt, wofür sie ebenfalls in Bützow Material gesammelt habe. Die 69-Jährige geht davon aus, die Serie an einen großen deutschen Fernsehsender verkaufen zu können.

Christina W. und der LKA-Beamte Hans-Peter H. sind wegen Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit angeklagt. Als „Unternehmensberaterin„ besorgte W. für ihre Kunden meist brisante Informationen über deren Geschäftspartner. An Hans-Peter H. als ihrem Handlanger bezahlte sie seit 2008 rund 270 000 Euro. Dafür zapfte H. auch polizeiinterne Datenquellen an. H. ist zudem wegen Steuerhinterziehung angeklagt, da er die illegalen Einkünfte nicht versteuerte. Staatsanwaltschaft und Verteidigung werden am Freitag ihre Strafanträge stellen. Das Urteil soll eine Woche später verkündet werden.

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