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Brutale Morde - nicht immer hilft die Hightech-Fahndung

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erstellt am 11.Jul.2013 | 08:05 Uhr

Rostock/Schwerin | Ein grausamer Mord an einer jungen Frau, und schon wenige Tage später präsentieren die Fahnder einen Verdächtigen - nicht immer geht es so schnell. Zwar werden bundes- und landesweit 96 Prozent aller "Straftaten gegen das Leben", also Mord und Totschlag, aufgeklärt. Aber immer wieder bleiben brutale Verbrechen jahrelang ungeklärt - oder für immer. Beispiel: Der Mord an Antje M.. Die 19-Jährige wurde 1991 bei Schwerin auf dem Weg zur Disco umgebracht, bis heute ist der Fall ungeklärt.

Der beunruhigendste Fall in den vergangenen Jahren: Christin M.. Die 36-jährige Krankenschwester wurde im Juli 2007 in einem Wald bei Kröpelin nahe Rostock mit einem Knüppel so schwer verletzt, dass sie am folgenden Tag starb. Was selbst erfahrene Polizisten schockierte: Der Täter verletzte auch den damals fünfjährigen Sohn der Frau schwer. Wegen der "unglaublichen Brutalität" sei das Verbrechen außergewöhnlich, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Ungewöhnlich auch: Der Täter wurde bis heute nicht gefasst. Anfangs war die Kripo von einem ortskundigen Täter aus der Region ausgegangen. Ein DNA-Test bei 6500 Männern aus der Umgebung brachte aber keinen Erfolg. Mehrfach verkündeten die Ermittler seitdem, die Sonderkommission "Christin" habe neue Spuren und Hinweise - Festnahmen gab es aber keine. Aufsehen erregte dann im November 2010 eine Attacke auf eine 22-jährige Radlerin in einem Wald bei Bad Doberan. Wieder griff der Täter mit einem Knüppel an - die junge Frau aber konnte fliehen.

Anders als bei anderen Straftaten muss ein Mörder Zeit seines Lebens damit rechnen, doch noch gefasst zu werden. Mord verjährt nie - und die DNA-Analyse macht es möglich, auch nach Jahrzehnten den Täter zu finden. So wie 2008, als in Schwerin ein Mann festgenommen wurde, weil er 20 Jahre zuvor in Bremen einen Lustmord begangen hatte. Eine DNA-Untersuchung überführte ihn.

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