Ab 2014 erhält MV 20 Prozent weniger von der EU : Brüssel kürzt Beihilfen für den Arbeitsmarkt

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Nach mehr als zwei Jahrzehnten Höchstförderung muss MV ab 2014 mit etwa 20 Prozent weniger Fördergeld aus Brüssel auskommen: Das Land kann in der neuen Förderperiode nur noch mit 334 Millionen Euro aus dem ESF rechnen.

svz.de von
01. Januar 2013, 07:36 Uhr

Schwerin | Mecklenburg-Vorpommern rechnet in den Jahren 2014 bis 2020 mit 334 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Das seien rund 80 Millionen Euro weniger als in der Förderperiode 2007 bis 2013, sagte Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) in Schwerin. "Mecklenburg-Vorpommern ist nicht mehr Zielgebiet 1 mit der Höchstförderung", erklärte sie. Nach dem Beitritt ärmerer Länder in Osteuropa zur EU fließe mehr Geld in die Entwicklung dieser Regionen. Das bedeute, dass im Nordosten nicht alle Projekte fortgesetzt werden können. Doch: "Dinge, die sich bewährt haben, wollen wir verstetigen", kündigte die Ministerin an. So soll das Programm Schulsozialarbeit im Nordosten weitergehen. Landesweit werden Schwesig zufolge 220 Sozialarbeiter an den Schulen mit Geld aus dem ESF bezahlt. "Die Schulsozialarbeiter sind extrem wichtig und erfolgreich", sagte Schwesig. Ihre soziale Begleitung des Schulalltags werde noch wichtiger, wenn künftig immer mehr behinderte Kinder die Regelschulen besuchen sollen (Inklusion). "Das kann man nicht allein auf den Schultern der Lehrer abladen."

Weiterführen will Schwesig auch die Produktionsschulen, die maßgeblich aus dem ESF finanziert werden. An den landesweit sechs Einrichtungen dieser Art bekommen Jugendliche mit Schulschwierigkeiten eine zweite Chance für einen Abschluss. Gelernt wird vor allem anhand der Praxis in verschiedenen Werkstätten. Mehr als ein Drittel aller Schüler, die nach großen Schulproblemen wechselten, nehmen Statistiken zufolge unmittelbar nach ihrer Zeit in der Produktionsschule eine Berufsausbildung auf. Insgesamt finde etwa die Hälfte der Produktionsschüler ihren Weg in den Beruf.

Ein weiteres Projekt, das Schwesig fortführen will, ist die gezielte Unterstützung arbeitsloser Alleinerziehender bei der Suche nach einem Job. Das Modellprojekt "AQuA" war Anfang 2012 in Schwerin gestartet worden und soll im Land ausgedehnt werden.

Wie viel Geld genau der Nordosten aus dem ESF bekommt, steht noch nicht fest, da sich die Mitgliedsstaaten bislang nicht auf den EU-Haushalt einigen konnten. Schwesig appellierte an die Regierungen, rasch zueinander zu finden. "Wir brauchen Klarheit, um Verträge, beispielsweise mit den Schulsozialarbeitern, verlängern zu können", sagte sie.

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