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Strandpromenade fertig : Brückenschlag zwischen Prora und Binz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Erstmals verbindet eine Flaniermeile das Ostseebad Binz mit seinem Ortsteil Prora.

Alt und neu wächst zusammen: Der einst von den Nationalsozialisten erbaute und inzwischen boomende Ortsteil Prora hat Anschluss an den alten Ortskern des Ostseebads Binz auf der Insel Rügen. In den vergangenen neun Monaten wurde die 3,2 Kilometer lange Binzer Strandpromenade um 950 Meter nach Prora verlängert und gestern offiziell freigegeben. „Eine tolle Nachricht mitten in der Urlaubssaison“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) gestern bei der Freigabe. Prora sei nunmehr auch zu Fuß und barrierefrei zu erreichen. Die Kosten für die Promenade belaufen sich auf 1,3 Millionen Euro. Nach dem Verkauf der NS-Hinterlassenschaft Prora durch den Bund werden dort derzeit Hunderte Ferien- und Eigentumswohnungen sowie mehrere Hotels in den Blöcken geschaffen. Die Promenade schaffe eine Verbindung zwischen den beiden Ortsteilen, die bislang zwei Satelliten waren, sagte der Binzer Kurdirektor Kai Gardeja. Glawe geht davon aus, dass sich mit dem Brückenschlag zwischen den beiden Ortsteilen nicht nur die Urlaubs-, sondern auch die Wohnqualität verbessere.

Angesichts der aktuellen Investitionen wächst in Prora ein Tourismusriese auf der Insel Rügen heran. „Wir schätzen, dass in Prora 17 000 Betten, davon rund 8000 bis 10 000 Touristenbetten neu entstehen“, sagte Gardeja. Bislang zähle das Ostseebad Binz mit rund 5200 Einwohnern etwas mehr als 15 000 Gästebetten. Im vergangenen Jahr wurden in dem Ostseebad 2,5 Millionen Gästeübernachtungen registriert. Eine Konkurrenz zwischen den Ortsteilen Binz und Prora sehe er nicht, sagte der Kurdirektor. Während Binz für das Elegante stehe, werde Prora als Gegenentwurf zur Bäderarchitektur das Moderne, Junge verkörpern. Weil die touristische Infrastruktur wie Strandreinigung, Rettungstürme und Müllentsorgung auch in Prora finanziert werden muss, sollen nach dem Willen der Gemeinde auch Prora-Urlauber künftig Kurtaxe zahlen. Dies sei möglich, wenn Prora den Titel Seebad erhalte – möglichst bereits 2017, sagte der Kurdirektor. „Wir brauchen die Finanzierungsgrundlage Kurtaxe.“ Derzeit lässt die Gemeinde Binz eine Machbarkeitsstudie für eine Marina vor Prora erstellen. Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen.

Obwohl im Sommer die Hotels, Strandpromenaden und Straßen sehr gut gefüllt sind, ist nach Einschätzung des Binzer Kurdirektors Gardeja eine Steigerung der Tourismuszahlen durchaus noch möglich. Derzeit liege die durchschnittliche Jahresauslastung auf der Insel bei 40 Prozent. „In der Nebensaison verträgt die Insel noch Wachstum.“ Die neue Promenade soll mittelfristig über weitere vier Kilometer bis ans Ende des Ortsteils Prora geführt werden. Für deren Finanzierung sind die Investoren zuständig, die die jeweils 450 Meter langen Blöcke vom Bund gekauft hatten. Geregelt werde dies in den städtebaulichen Verträgen.

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