Brodkorb will Lehrer entlasten

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12. September 2012, 09:19 Uhr

Schwerin | Damit sich die Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern wohler fühlen, streicht Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) zahlreiche Pflichtaufgaben der Pädagogen. Dabei handele es sich um Dinge, die die Lehrer selbst für unsinnig halten, sagte der Minister gestern in Schwerin. Um diese Aufgaben gebündelt zu erledigen, wären 66 Lehrer notwendig. Bei über 9000 Lehrern an den allgemein bildenden Schulen entspricht das einer Arbeitsentlastung von etwa 0,7 Prozent.

So müssen die Lehrer künftig nur noch Förderpläne erstellen, wenn Kinder einer besonderen Förderung bedürfen. Bei den Prüfungen zur Mittleren Reife wird das vierte Prüfungsfach abgeschafft. Die übrigen mündlichen Prüfungen werden von zwei statt von drei Lehrern abgenommen.

Noten für Abiturarbeiten müssen die Lehrer nicht mehr mit ausformulierten Gutachten erläutern. Es reiche, wenn die Zensur durch detaillierte Korrektur-Anmerkungen begründet werde. "Bayern kennt auch keine Gutachter, also brauche wir auch keine", argumentierte der Minister. Ab dem Schuljahr will er auch landeseinheitliche Kriterien für die Beurteilung des Arbeits- und Sozialverhaltens vorgeben. Er kenne Schulen, an denen 15 Kriterien erarbeitet wurden und bewertet werden, was "irrsinnig" viel Arbeit mache. "Vier Kriterien sollten genügen", so Brodkorb. Er werde in den bevorstehenden Gesprächen mit den Schulen die Kriterien Fleiß, Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaftsfähigkeit vorschlagen. Ordnung und Betragen hingegen will er - anders als es in der DDR üblich war - nicht beurteilt wissen. Brodkorb kündigte an, ab dem Schuljahr 2014/15 auch für die schulischen Leistungen landesweit einheitliche Bewertungsmaßstäbe einzuführen. Derzeit können die Schulen teilweise noch selbst entscheiden, für welche Leistungen es eine Eins oder eine Sechs gibt.

Die CDU begrüßte Brodkorbs Reformvorhaben. Die Linke hingegen forderte erneut, mehr Geld ins Schulsystem zu stecken - was Brodkorb vorerst ablehnt. Festschreiben will der Minister indes die freie Wahl der fortführenden Schule nach der Grundschule. Dies habe sich in der Praxis bewährt und wirke sich nicht negativ auf den Bestand anderer Schulen aus.

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