EU-Parlament : Bringt er die AfD in Brüssel zu Fall?

Arne Gericke  im EU-Parlament: „Ich sehe keinen Weg der Zusammenarbeit – schon gar nicht auf Basis christlicher Werte.“
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Arne Gericke im EU-Parlament: „Ich sehe keinen Weg der Zusammenarbeit – schon gar nicht auf Basis christlicher Werte.“

Arne Gericke aus Tessin bei Rostock beantragte Fraktionsausschluss von Beatrix von Storch und Marcus Pretzell

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10. März 2016, 21:00 Uhr

Arne Gericke aus Tessin (Landkreis Rostock) sorgt für den Rausschmiss der beiden AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch und Marcus Pretzell aus der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR). Seit 2014 sitzt Gericke als Abgeordneter der Familienpartei zusammen mit den AfD-Parlamentariern auf einer Fraktionsbank. Im Januar hatte der Tessiner Unternehmer die Nase voll. „Die Äußerungen zum Schusswaffengebrauch an der Grenze haben das Fass zum Überlaufen gebracht“, sagte Gericke gestern unserer Redaktion. Anfang des Jahres hatte von Storch erklärt, dass sie es für gerechtfertigt halte, auch Frauen mit Kindern mit Waffengewalt an einem illegalen Grenzübertritt zu hindern.

Das war für den Vertreter der Familienpartei zu viel. Er beantragte beim Vorstand seiner Fraktion den Ausschluss der beiden AfD-Abgeordneten. „Ich sehe keinen Weg der Zusammenarbeit – schon gar nicht auf Basis christlicher Werte“, teilte Gericke mit. Mit der „Blauen Allianz“ zur österreichischen rechtspopulistischen FPÖ habe die AfD zudem einen Weg beschritten, der kein Zurück in die Fraktion der EKR duldet.

Gericke hatte mit seinem Antrag Erfolg. Die beiden deutschen Politiker wurden am Dienstag von der Spitze ihrer Fraktion zum Austritt aufgefordert (wir berichteten). Wenn sie diesen nicht bis Ende März vollzogen haben, soll im April die gesamte Fraktion über einen Zwangsausschluss abstimmen.

Ursprünglich war die AfD mit sieben Abgeordneten ins EU-Parlament eingezogen. Nach der Spaltung und der Gründung von Bernd Luckes „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ im Jahre 2015 wird die AfD nur noch von von Storch und Pretzell im EU-Parlament vertreten.

Der 51-jährige Gericke ist seit 2006 Bundesvorsitzender der Familienpartei und arbeitet freiberuflich als Seelsorger und Redner. Seine Frau und er betreuen sieben Kinder – vier leibliche und drei Pflegekinder, deren Eltern nicht mehr leben. Vor vier Jahren sorgte Gericke für Schlagzeilen, als er vom Bundesfamilienministerium und der Großbäckerei Mestemacher als „Spitzenvater 2012“ ausgezeichnet wurde.

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