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Nach Gift-Alarm in MV : Briefe mit weißem Pulver kamen aus Bayern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ominöse Postsendungen neben Ludwigslust nun auch bei den Staatsanwaltschaften in Rostock und Neubrandenburg eingetroffen.

von
erstellt am 12.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Mysteriöse Briefsendungen mit einem weißen Pulver legten auch am Donnerstag wieder Justizbehörden in Mecklenburg-Vorpommern zeitweise lahm. Betroffen waren die Staatsanwaltschaften Rostock und Neubrandenburg. Bereits einen Tag zuvor hatte ein Brief mit einem weißen Pulver beim Amtsgericht Ludwigslust einen Großalarm ausgelöst. Auch Justizbehörden in Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg erhielten diese Briefe.

Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) kündigte eine konsequente Strafverfolgung an. „Wer Justizbehörden bewusst lahmlegt, handelt gegen den Staat“, sagte sie.

Nach Informationen unserer Redaktion war der Brief in Ludwigslust mit zwei Briefmarken frankiert und in Freising bei München abgestempelt worden. Freising sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen, weil dort so genannte Reichsbürger mehrfach durch Tumulte und Aktendiebstähle Störungen am Amtsgericht verursacht hatten. Fünf Fälle wurden 2016 aktenkundig. Die Schweriner Staatsanwaltschaft wollte einen Verdacht gegen Reichsbürger im Zusammenhang mit den Briefen nicht bestätigen. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte Sprecherin Claudia Lange.

Milzbrand (Anthrax) gilt als biologische Waffe. So löste zum Beispiel eine Reihe von Briefsendungen mit Milzbranderregern nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 nicht nur in den USA Ängste aus.  Symptome des Milzbrands sind zum Beispiel Fieber, Schwellung und Verfärbung der Milz und ein allgemeiner Kräfteverfall. Die Krankheit kann  bei rechtzeitiger Anwendung mit Antibiotika bekämpft werden. Auch beim G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 sorgte der Fund eines Beutels mit weißem Pulver außerhalb des Sicherheitszauns für Aufregung.  In einem Bekennerschreiben wurde behauptet, es  handle es sich um Anthrax. Bei  einer Analyse stellte sich jedoch heraus, dass es Mehl war.

In der Rostocker Staatsanwaltschaft musste am Donnerstag für mehrere Stunden die Poststelle geschlossen werden, weil von den Mitarbeitern ein verdächtiger Brief unter den Sendungen entdeckt worden war. „Der Brief sah genau so aus wie der in Ludwigslust“, sagte Harald Nowak, Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock. Die Feuerwehr brachte die Sendung in ein Labor. Ermittlungen wurden eingeleitet.

Auch in der Poststelle der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft wurden zwei verdächtige Briefe sichergestellt, die an das Amtsgericht der Vier-Tore-Stadt gerichtet waren. „Untersuchungen am Robert-Koch-Instituts in Berlin haben ergeben, dass die in der Post aufgefundene Substanz nicht gesundheitsgefährdend ist“, teilte der Neubrandenburger Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler am Nachmittag mit.

Auch die weiße Substanz, die am Vortag am Ludwigsluster Amtsgericht in einem Brief gefunden wurde, stellte sich am Donnerstag als harmlos heraus.

Kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatten Briefe mit dem Milzbrand-Erreger Anthrax weltweit Aufregung verursacht. Fünf Menschen starben.


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