Video : Brautkleid in letzter Minute

Hilfe vom Experten: Der Brautmoden-Salon von Heike (M.) und Heiko Jürgen aus Schwerin und unsere Zeitung verhelfen Anne-Katrin und ihrer Mutter (r.) zum Kleid in letzter Minute.  Fotos: Reinhard Klawitter
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Hilfe vom Experten: Der Brautmoden-Salon von Heike (M.) und Heiko Jürgen aus Schwerin und unsere Zeitung verhelfen Anne-Katrin und ihrer Mutter (r.) zum Kleid in letzter Minute. Fotos: Reinhard Klawitter

Brautstress durch Poststreik: Einen Tag vor der Trauung steckt Anne-Katrin Graberts Hochzeitskleid im Paketberg – unsere Zeitung und Brautmodenhändler Jürgen helfen

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27. Juni 2015, 08:00 Uhr

Jetzt geht ihr Traum in Weiß doch noch in Erfüllung: Seit zwei Wochen schon wartet Anne-Katrin Grabert auf ihr Kleid der Kleider – ihr Brautkleid für ihre Trauung heute im Rathaus von Sternberg. Bis gestern vergebens: „Von meinem Traumkleid keine Spur“, erklärt die Sternbergerin – eine Braut ohne Brautkleid, einen Tag vor der Hochzeit, ein Albtraum. Schlicht, einfach und hübsch sollte es sein, ihr weißes lange Kleid, das sie sich bei einem Online-Versand vor Wochen bestellt hatte. Nur: Der Streik bei der Deutschen Post legte die Paketzustellung lahm.

Tagelang habe sie versucht, die Post doch noch zu einer Auslieferung zu bewegen – keine Chance. Telefonate, Zu- und dann doch wieder Absagen, hilflose Postbedienstete: „Nichts gegen den Streik der Post-Mitarbeiter“, hegt Grabert Verständnis für den Arbeitskampf. Nur: Die falschen Hilfszusagen, die Gelassenheit, mit der die Post-Chefs mit Notsituationen der Kunden umgehen, dafür habe sie kein Verständnis mehr. Sie habe der Post sogar angeboten, selbst ihr Paket aus dem Sortierzentrum Neustrelitz abzuholen – vergebens. Technisch nicht möglich, wiegelte ein Post-Sprecher ab – alle Nachforschungen zwecklos. Schwer vorstellbar, ärgert sich Grabert immer noch – Frust im Haus der Braut.

Seit gestern kann das der jungen Frau egal sein. Pure Freude, statt Bangen ums Brautkleid: Ein tausendfaches Echo hatte die Geschichte in unserer Zeitung von der Braut ohne Brautkleid gefunden. Auch bei Heike und Heiko Jürgen aus Schwerin. Unsere Zeitung sprach mit den beiden Unternehmern. „Da gab es wenig zu überlegen“, erzählen die Brautmoden-Händler: Ein Tag vor der Hochzeit noch kein Brautkleid – „die Gefühlswelt der jungen Frau kann man sich gut vorstellen“, meint der Chef des Brautsalon Am Dom im Schwerin: „Da mussten wir helfen.“ Seit sie sich vor fünf Jahren selbstständig gemacht haben, kleiden die Jürgens Westmecklenburgs Brautleute ein, im Festausstatter der Stadt – von der Taufe bis zur diamantenen Hochzeit, Braut, Bräutigam, Gäste, Festtagsmode für jedermann halten die Jürgens bereit. Gestern für Anne-Katrin Grabert.

Mit unserer Zeitung und dem Brautsalon Am Dom zum Hochzeitskleid in letzter Minute: Ein weißes, cremefarbenes oder doch lieber ein rosa Kleid, schulterfrei oder mit Trägern, mit oder ohne Tüll, weiter geschnitten oder mit enger Taille, vielleicht mit einer farbigen Schleife oder doch lieber nicht – die Auswahl an den Kleiderständern im Brautmoden-Salon der Jürgens fällt schwer als Anne-Katrin Grabert gestern punkt 10 Uhr mit mehreren Modellen in der Umkleidekabine verschwindet und später zur Anprobe vor den Spiegel tritt. Die 24-Jährige ist eine Frau der schnellen Entscheidungen, als sie sich wenig später entscheidet. „Jetzt geht mein Traum doch noch in Erfüllung“, meint die Sternbergerin und drückt wie ihre mitgekommene Mutter Anette ein paar Tränen der Freude weg: „Was für ein Glück.“ Noch einige Änderungen von der gelernten Maßschneiderin Heike Jürgen – und aus der Braut ohne Hochzeitskleid wird eine Braut mit einem Traum in Weiß, ein Kleid, das Bräutigam Mathias Kisch allerdings zur Trauung zu sehen bekommen wird.

Eine Geste der Jürgens, das kommt an: „So soll eine glückliche Braut aussehen“, postete Sylvia Reinke im Anschluss auf der Facebook-Seite unserer Zeitung. „Tolle Geste. Alles Gute für das junge Paar“, schreibt Viola Schäfer. „Man freut sich auf diesen Tag, den man lange geplant hat. Und das ohne Kleid wäre ’ne Tragödie. Ich finde es toll ... Daumen hoch“, meint Steffi Roock. „Ich freue mich von ganzem Herzen für die Braut, wünsche dem Brautpaar, einen wunderschönen Tag!“, fügt Petra Grossmann hinzu. Und Birgit Röse postet: „Ich wünsche dem Brautpaar für ihre Ehe viel Glück und Gesundheit. Jetzt können sie erstmal tief durchatmen, alles gerettet und viel Spaß bei einer entspannten Feier.“

Entspannung im Brauthaus: Längst hatte ihr Bräutigam Mathias Kisch seine Festkleidung zusammen – dunkler Anzug mit weißem Hemd und dunkelroter Krawatte. Und auch für die eineinhalbjährige gemeinsame Tochter Theresia Charlotte hingt das weiße Kleidchen bereit. „Jetzt habe auch ich mein Traumkleid“, freut sich Anne-Katrin Grabert: „Endlich wieder ruhig schlafen.“ Noch am Nachmittag schreibt sie an unsere Redaktion: „Ich würde behaupten, ich bin der glücklichste Mensch. Vielen, vielen Dank – an unsere Zeitung vor allem aber an Brautmoden-Händler Jürgen.“ Jetzt kann geheiratet werden.

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