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Mecklenburg-Vorpommern

19. Oktober 2017 | 03:58 Uhr

Kulturerbe : Brauchtum krönen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Martensmann und Tonnenabschlagen sollen Kulturerbe werden / Bewerbungsfrist läuft bis Ende Oktober

Mehrere alte Bräuche in Mecklenburg-Vorpommern sollen nach dem Willen lokaler Initiativen neu in die Liste des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen werden. Das Bildungsministerium in Schwerin rechnet bis Ende Oktober mit vier Bewerbungen, wie ein Ministeriumssprecher mitteilte. Dabei handele es sich um die Tradition des Tonnenabschlagens auf Darß und Fischland, um den Martensmann, der jährlich im November ein Fass Wein von Lübeck nach Schwerin bringt, das Barther Kinderfest als ältestes Kinderfest im Land und um den seit mindestens 330 Jahren stattfindenden Martinimarkt in Parchim.

Auf der Liste stehen bereits 27 lebendige Traditionen bundesweit, darunter aus Mecklenburg-Vorpommern das Reetdachdecken und das Malchower Volksfest. Mecklenburg-Vorpommern kann in einer zweiten Bewerbungsrunde nächstes Jahr voraussichtlich weitere vier Vorschläge zur Aufnahme in das Verzeichnis machen, wie es weiter hieß.

Die Entscheidung treffe das Schweriner Ministerium mit Unterstützung des Landeskulturrates Mecklenburg-Vorpommerns. Welche Bräuche und Traditionen schließlich auf die Liste kommen, entscheide die Kultusministerkonferenz.

Das Tonnenabschlagen ist dem Sprecher zufolge ein Jahrhunderte alter Volksbrauch, der vornehmlich in Küstennähe von Mecklenburg und Vorpommern gelebt wird. Dabei handelt es sich um einen Reiterwettkampf, bei dem die Teilnehmer mit einem Holzknüppel im Galopp durch eine Bahn reiten und nach einer geschmückten Tonne schlagen. Antragsteller ist die Interessengemeinschaft Tonnenbünde Darß-Fischland.

Die Stadt Rehna in Nordwestmecklenburg möchte den Martensmann gern auf der Liste sehen. Auch dieser Brauch ist Jahrhunderte alt: Die Herzöge von Mecklenburg-Schwerin erhielten alljährlich am Martinstag aus Lübeck ein Fass Rotwein (145,5 Liter). Die Fahrt erfolgte nach einem festen Fahr- und Zeitplan von Lübeck über Schönberg und Rehna in die fürstliche Residenz nach Schwerin.

Nach der Wende wurde die Tradition wiederbegründet und ist seither auch ein Symbol für die deutsche Einheit. In Rehna finden sich stets Tausende Besucher ein, wenn der Martensmann dort Halt macht.

Die Aufnahme des Martinimarktes Parchim möchte die Stadt Parchim erwirken. Nachweisbar seit 330 Jahren ist der Parchimer Martinimarkt ein Jahrmarkt mit Volksfestcharakter, hieß es.

Das Barther Kinderfest ist den Angaben zufolge das älteste in Mecklenburg-Vorpommern. Am 4. Juli 2015 wurde das 187. Fest gefeiert.

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