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Parchim : Brandterror: Politik macht nun Druck

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Nach dem Busbrand vom vergangenen Freitag wächst der öffentliche Druck auf die Ermittlungsbehörden, endlich Ergebnisse vorzulegen. Polizei und Staatsanwaltschaft haben nicht mehr ewig Zeit, den oder die Täter zu fassen.

svz.de von
erstellt am 08.Jan.2012 | 10:05 Uhr

Parchim/Lübtheen | Nach dem Parchimer Busbrand vom vergangenen Freitag wächst jetzt der öffentliche Druck auf die Ermittlungsbehörden, endlich Ergebnisse vorzulegen. "Polizei und Staatsanwaltschaft haben nicht mehr ewig Zeit, den oder die Täter zu fassen. Da gibt es auch eine klare Erwartungshaltung in der Bevölkerung, die sich nach diesem wiederholten Vorfall zu Recht Sorgen um die öffentliche Sicherheit macht", erklärte z. B. der CDU-Bundestagsabgeordnete Dietrich Monstadt im Gespräch mit der Schweriner Volkszeitung. Schließlich, so Monstadt weiter, hänge von den Ermittlungen auch die Sicherheit im regionalen Bus- und Schülerverkehr ab.

Noch deutlicher wurde SPD-Minister Till Backhaus auf dem Neujahresempfang der Lübtheener SPD. "Da sind nicht irgendwelche Busse abgefackelt worden, sondern die öffentlicher Unternehmen. Da geht es um Staatsvermögen, um die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs. Da muss es jetzt sehr schnell Aufklärung geben, auch im Interesse des nun gestörten Sicherheitsgefühls in der Bevölkerung. Viele haben kein Verständnis mehr dafür, dass die Ermittlungsgruppe Bus schon seit einem Jahr agiert und noch immer so schlimme Vorfälle passieren können." Backhaus forderte zugleich, dass sofort die Sicherheitsmaßnahmen für alle Bus abstellplätze drastisch erhöht werden. Die Kosten dürften dabei im Moment keine Rolle spielen. Backhaus hatte beim Brand einer zum Landgestüt Redefin gehörenden Strohhalle im vergangenen Jahr schnell gehandelt und die Sicherung des historischen Gestütsgeländes veranlasst.

Derweil bestätigte Christian Rader, Geschäftsführer der kreiseigenen Ludwigsluster Verkehrsgesellschaft (LVG), dass man sich in seinem Unternehmen nach den jüngsten Vorfällen intensiv Gedanken um den Schutz der eigenen Busflotte gemacht habe, ohne aus Sicherheitsgründen Details nennen zu wollen.

Die LVG hatte nach dem Brand sofort drei ihrer Fahrzeuge dem Parchimer Reisedienst zur Verfügung gestellt, weitere drei Busse kamen aus dem Schweriner Bereich, so dass der Busverkehr heute im Parchimer Bereich aufrecht erhalten werden kann.

In der Praxis dürfte es jedoch extrem schwierig sein, alle LVG-Busse schützen zu wollen. Immerhin unterhält das Unternehmen aus logistischen Gründen gleich sieben Standorte im alten Landkreis Ludwigslust, an denen nachts auch die Fahrzeuge abgestellt sind. Die meisten Busse stehen jedoch in Hagenow und Ludwigslust. Eine Videoüberwachung der Busplätze reicht, wie Parchim schmerzhaft gezeigt hat, nicht aus. Letztendlich wird die Öffentlichkeit an dem Einsatz von Sicherheitsdiensten nicht vorbeikommen. Jedenfalls solange, bis Polizei und Staatsanwaltschaft, die Fälle aufgeklärt haben.

Der Schweriner Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek sagte gestern auf Anfrage unserer Zeitung, es gebe "derzeit keine neuen Erkenntnisse" in Sachen Busbrände. Die Beamten werten derzeit das Video aus, das den mutmaßlichen Täter zeigt. Der Bus-Brandstifter hat seit Februar 2011 insgesamt fünf Mal in der Region Parchim-Plau zugeschlagen. Dabei brannten 23 Busse eines privaten Unternehmers und des kommunalen Betriebs Reisedienst Parchim aus.


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