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Millionen-Brandserie vor Gericht : Brandstiftungen gestanden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Millionen-Brandserie vor Gericht / Mutprobe und Gruppenzwang

Vier junge Männer haben gestern vor dem Neubrandenburger Landgericht eine Serie von Brandstiftungen im Umland von Demmin gestanden. Dabei entbrannte im Gerichtssaal eine hitzige Auseinandersetzung unter den Angeklagten im Alter zwischen 18 und 23 Jahren. Ihre Geständnisse legten sie mitunter zulasten der jeweils anderen aus. Sie sollen laut Anklage in unterschiedlicher Zusammensetzung von September 2012 an zehn Stroh- und Heulager angesteckt und dabei einen Schaden von knapp einer Millionen Euro verursacht haben. Menschen wurden nicht verletzt.

Ein Angeklagter hatte vor der Polizei noch „Langeweile“ als Motiv angegeben, in dem Prozess nannte er mehrfach eine neue Motivation. „Es war so eine Art Mutprobe. Keiner wollte als Feigling vor den anderen dastehen,“ sagten drei der Angeklagten.

Zudem habe es eine Art Gruppenzwang gegeben. Der Vorsitzende Richter Carl Christian Deutsch versuchte, unter den jungen Männern einen Anstifter auszumachen. So diskutierten Richter, Verteidiger und Angeklagte stundenlang, wer wann bei welchem der zehn Feuer im Auto geblieben war und wer welches Feuer gelegt hatte. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. Dann sollen die geschädigten Bauern gehört werden.

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