Neubrandenburg : Brandstifter muss für drei Jahre in Haft

Eine abgebrannte Scheune in Neukalen, die von dem zündelnden Feuerwehrmann in Brand gesetzt worden sein soll.
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Eine abgebrannte Scheune in Neukalen, die von dem zündelnden Feuerwehrmann in Brand gesetzt worden sein soll.

Wegen schwerer Brandstiftung hat das Amtsgericht Neubrandenburg einen 42 Jahre alten Mann zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

svz.de von
15. September 2017, 21:00 Uhr

Wegen schwerer Brandstiftung hat das Amtsgericht Neubrandenburg einen 42 Jahre alten Mann zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. „Wer wegen Brandstiftung vorbestraft ist und macht’s dann wieder, der gehört eingesperrt“, sagte Richterin Tanja Krüske gestern in der Urteilsbegründung. Der Wiederholungstäter hatte gestanden, am Neujahrsmorgen und im Oktober 2016 „aus Frust“ zweimal Feuer in dem Mehrfamilienhaus gelegt zu haben, in dem er selbst wohnte.

Nur ein Zufall – ein Nachbar kam nachts und bemerkte das erste Feuer im Keller – und ein schneller Rettungseinsatz der Feuerwehr im zweiten Fall verhinderten Schlimmeres. „Da haben Sie im Grunde genommen noch Glück gehabt und die Hausbewohner auch“, erläuterte die Richterin. Der einschlägig vorbestrafte Ex-Feuerwehrmann hatte diesmal „Frust mit Angehörigen und im Beruf“ als Motiv angegeben. Die Richterin nannte ihn „teilnahmslos und unbeteiligt“.

Beim Brand im Oktober hatte der Verurteilte einen Schuh einer Flüchtlingsfamilie im Flur angezündet und diesen in den Schuhschrank gestellt. „Ich hatte etwas gesucht, was ich anzünden konnte“, sagte er vor Gericht. Danach war der Paketfahrer zur Arbeit gegangen. Das Feuer erfasste zwei Wohnungstüren und blockierte mit starkem Rauch den Flur, „den eigentlichen Fluchtweg“, sagte Krüske. Feuerwehrleute mussten 15 Menschen zum Teil mit Leitern retten. Ein älterer Mann und drei Kinder wurden verletzt.

Weil auch die Flüchtlingsfamilie betroffen war, hatte die Polizei anfangs ein ausländerfeindliches Motiv vermutet. Als man eine Durchsuchung bei dem 42-Jährigen machen wollte, gestand dieser die Brandstiftungen. Damit rückten Polizei und Staatsschutz auch von dem Anfangsverdacht ab, es könne ein ausländerfeindliches Motiv geben.

Der Ex-Feuerwehrmann war vor mehreren Jahren wegen ähnlicher Brandstiftungen in Kellern seines damaligen Wohnhauses zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, die er verbüßt hat. Auch damals hatte er die Taten gestanden und „Frust“ als Motiv angegeben. Eine psychiatrische Gutachterin bescheinigte ihm volle Schuldfähigkeit. Eine zukünftige Gefährdung sei aber nicht diagnostizierbar.

Mit dem Urteil blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die drei Jahre und zehn Monate Haft verlangt hatte. Der Verteidiger hatte maximal zwei Jahre Freiheitsstrafe gefordert, die möglichst noch zur Bewährung mit Therapieauflagen umgewandelt werden sollten.

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