25-jähriger Neuhauser gesteht Brandanschläge : Brandstifter in Untersuchungshaft

Eines der Anschlagsziele war die Tischlerei Dittmer. Mitarbeiter versuchten, aus dem Löschwasser  an Material und Gerätschaften zu retten, was noch zu retten war. Maria Nielsen
Eines der Anschlagsziele war die Tischlerei Dittmer. Mitarbeiter versuchten, aus dem Löschwasser an Material und Gerätschaften zu retten, was noch zu retten war. Maria Nielsen

Am Donnerstag gab es in Neuhaus nur ein Thema: der Brandstifter ist gefasst, endlich kann man wieder ruhig schlafen, die Zeit der Anspannung und Angst ist vorbei.

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20. Oktober 2011, 07:48 Uhr

Neuhaus | Am Donnerstag gab es in Neuhaus nur ein Thema: der Brandstifter ist gefasst, endlich kann man wieder ruhig schlafen, die Zeit der Anspannung und Angst ist vorbei.

Am Mittwoch wurde ein 25-jähriger Mann aus Neuhaus in seiner Wohnung festgenommen. In der anschließenden Vernehmung legte er ein umfassendes Geständnis ab. Gestern Mittag wurde er der Haftrichterin vorgeführt, die die weitere Untersuchungshaft anordnetet.

Überall nur riesengroße Erleichterung über Festnahme

Die Erleichterung darüber, dass die Anschlagsserie nun zu Ende ist, ist überall riesengroß. Anfang Januar ging alles los. Angezündet wurden Strohballen, Autos, Papiercontainer, das Haus des Gastes, die Tischlerei Dittmer, das Penny-Gebäude und zuletzt in der Nacht zum Sonnabend ein Lastwagen, der auf dem Penny-Parkplatz abgestellt worden war. Allein hier beläuft sich der Sachschaden wegen der Ladung auf 500 000 Euro. Die Polizei spricht von einem geschätzten Gesamtschaden von weit über 3 Millionen Euro. Ins Rollen kamen die Ermittlungen der Polizei nach dem 15. Juli, als die Tischlerei und das Penny-Gebäude brannten. Ein junger Mann und eine junge Frau, beide 20 Jahre alt, wurden verdächtigt. Sie hatten sich zum Zeitpunkt der Brände in der Nähe der Gebäude aufgehalten und wurden vorläufig festgenommen. "Der Tatverdacht konnte jedoch vollständig ausgeräumt werden", so die Polizei.

Dann kam der 25. August und es brannte wieder: einmal der Vereinsbus des TV Neuhaus, untergestellt an der "Börse", drei Autos in der Nähe des Wohnheims und ein Altpapiercontainer. Nach einem entscheidenden Hinweis einer Zeugin an die Polizei, geriet der 25-jährige Neuhauser ins Visier der Polizei. Die im Sommer eingerichtete Ermittlungsgruppe der Lüneburger Polizei sammelt Beweise und der letzte Anschlag, der auf den LKW, war das Tüpfelchen auf dem I. Es folgten Festnahme, Verhör, Geständnis und U-Haft. Das Motiv für die Brandanschläge liegt nach Meinung der Polizei in der frustrierenden Lebenssituation des Täters. Der junge Mann ist arbeitslos.

"Wir sind heilfroh, dass das jetzt ein Ende hat. Die vergangenen Monate waren für uns sehr angespannt, die Angst, dass es jeden Moment wieder losgehen kann, war stark", äußerte sich Amtswehrführer Dirk Baumann. Und Manfred Ruffing, Betreiber vom Haus des Gastes, das nur nicht lichterloh gebrannt hat, weil hier in dem denkmalgeschützten Haus die Brandschutzanlage direkt aufgeschaltet ist zur Zentralen Leitstelle der Feuerwehr in Scharnebeck, spricht natürlich auch von großer Erleichterung. Wie viele andere ist er froh, das keine Personen zu Schaden gekommen sind. Er hat sich aber auch vorgenommen, zu einem Verhandlungstag nach Lüneburg zu fahren. "Mich interessiert, warum jemand so etwas macht, ich würde den Prozess, der zu solchen Taten führt, gerne verstehen können."

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