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Mecklenburg-Vorpommern

20. Oktober 2017 | 09:21 Uhr

Feuerteufel : Brandserie hält MV in Atem

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Plauerhagen: Schaden von mehr als 150 000 Euro entstanden / Übergreifen auf Stallanlagen konnte verhindert werden

Die Brandserie in Mecklenburg-Vorpommern reißt nicht ab. Bereits zum vierten Mal in diesem Jahr wurden in verschiedenen Orten Strohmieten in Brand gesteckt. Auch Viehställe litten immer wieder unter der Zerstörungswut der Feuerteufel.

Zuletzt musste die Feuerwehr in der Nacht zu gestern wegen einem Großbrand in Plauerhagen ausrücken. Bei der Agrarvereinigung Mifema e. G. brannte aus bisher ungeklärten Gründen eine mit Stroh gefüllte Lagerhalle nieder. Dabei entstand ein Schaden von mehr als 150 000 Euro. Tiere kamen nicht ums Leben. Die Milchkühe und ihre Jungtiere in einem benachbarten Stall wurden auf eine Koppel in Sicherheit gebracht. Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen. Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden. Wie Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion bestätigte, soll es in den vergangenen Tagen zu Zwischenfällen gekommen sein. So sollen Schlösser geöffnet und Tiere freigelassen worden sein. „Ob dieses im Zusammenhang mit dem Brand steht, ist aber derzeit sehr fraglich“, so Wiechmann.

Wer legt die Brände? Welche Motivation haben die Täter? Diese Fragen stellt sich die Kriminalpolizei bei ihren Ermittlungen. Die Liste der allein in diesem Jahr in Brand gesteckten Ställe und Strohmieten ist lang. Deswegen ist anzunehmen, dass es sich um mehrere Täter handeln könnte.

Ein Auszug der jüngsten Ereignisse:

• Vor 14 Tagen hatten mehrere Kinder im Alter von 11 und 12 Jahren in Roga bei Friedland eine Strohmiete in Brand gesteckt. Das Feuer zerstörte 500 Strohballen. Dabei entstand ein Sachschaden von rund 17 500 Euro.

• Am gleichen Tag musste die Feuerwehr in Hof Kussow bei Neubrandenburg wegen eines in Brand geratenen Stalls ausrücken.

• Ein verheerendes Ende nahm ein Stallbrand im Mai bei Grevesmühlen. Dort starben vier Pferde in den Flammen.

• Ein weiterer Brand im Februar in einem Kuhstall in Alt Meteln verlief dagegen glimpflich. Alle Tiere konnten gerettet werden. Der Stall wurde völlig zerstört und der Schaden belief sich auf 80 000 bis 100 000 Euro.

• Nochmal 450 Ballen entflammten Anfang Februar in Karwe. Der Schaden belief sich auf 4700 Euro.

• Im Januar wurden in Karstädt bei Perleberg weitere 100 Strohballen durch Feuer vernichtet. In fast allen Fällen ging die Polizei von Brandstiftung aus.

Erst im Mai wurden drei junge Männer vor dem Landgericht Neubrandenburg wegen neunfacher Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von vier beziehungsweise drei Jahren verurteilt. Zwischen Herbst 2012 und Sommer 2013 hatten sie insgesamt zehn Heu- und Strohlager angezündet und dabei einen Schaden von rund einer Million Euro verursacht. Ihre Begründung für die Tat: Eine Mischung aus Langeweile und Gruppendynamik.

„Dass dieses Motiv auch auf andere Brandstifter zutrifft, lässt sich so pauschal nicht behaupten“, sagt der Schweriner Psychologe, Gerrit Stein. Die Täter könnten immer wieder eine andere Motivation haben.


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