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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 07:54 Uhr

Brähmer muss nicht in Haft

vom

svz.de von
erstellt am 29.Mär.2011 | 07:11 Uhr

Schwerin | Der Berufungsprozess gegen den Schweriner Profiboxer Jürgen Brähmer ist drei Wochen nach Beginn überraschend eingestellt worden. Damit muss der 32-Jährige die im Januar 2010 in erster Instanz wegen Körperverletzung und Beleidigung verhängte Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten nicht antreten. Er habe der Verfahrenseinstellung zugestimmt und zahle 5000 Euro an eine Jugendhilfeeinrichtung. Das Landgericht Schwerin bestätigte am Dienstag eine entsprechende Mitteilung von Brähmers Anwälten. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, dass die Anklagebehörde der Verfahrenseinstellung unter der Auflage der Geldzahlung zugestimmt habe.

Der WBO-Weltmeister im Halbschwergewicht hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen, eine Frau in einer Schweriner Diskothek beschimpft und im Gesicht verletzt sowie wenige Monate später auch einen Mann geschlagen zu haben. Das Amtsgericht Schwerin hatte gegen den einschlägig vorbestraften Boxer dennoch eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung verhängt. Das Urteil fochten sowohl Brähmer als auch die Staatsanwaltschaft an. Zum Auftakt der Berufungsverhandlung am 9. März hatte der Boxer seine Unschuld erneut beteuert.

„Eine Einstellung des Verfahrens ist kein Freispruch“, betonte eine Gerichtssprecherin, „aber eben auch keine Verurteilung.“ Bei einem der beiden Vorwürfe zeichnete sich ihren Angaben nach ein Freispruch ab. Bei dem anderen Vorwurf sei nicht klar gewesen, ob die Verletzungen der Frau an der Nase tatsächlich von Brähmer stammten.

Das Verfahren werde endgültig eingestellt, wenn er die Geldauflage gezahlt hat.Nach Angaben der Verteidiger haben die Vernehmungen in den bisherigen Verhandlungen des Berufungsverfahrens ein schuldhaftes Vergehen nicht belegen können. „Kein weiterer Zeuge als die angeblich Verletzte selbst hat die Tathandlung bestätigt. Vielmehr haben zahlreiche Augenzeugen ausgeschlossen, dass Brähmer die Frau geschlagen habe“, heißt es in der Mitteilung.

Brähmer habe der Verfahrenseinstellung zugestimmt, „um das seit fast drei Jahren laufende Verfahren endlich zum Abschluss zu bringen“. Damit drohe auch kein Bewährungswiderruf mehr, die ausgesetzte Haftstrafe aus einem früheren Verfahren sei zu erlassen.

Brähmer werde sich nun „mit voller Kraft“ der Vorbereitung seiner Titelverteidigung widmen. Am 21. Mai soll er in London gegen Pflichtherausforderer Nathan Cleverly (Großbritannien) antreten.


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