Fünf Tote - ein Vermisster : Bootsunfälle häufen sich

Polizei: Rettungswesten hätten Todesfälle verhindern können. Foto: Bernd Wüstneck/lmv
Polizei: Rettungswesten hätten Todesfälle verhindern können. Foto: Bernd Wüstneck/lmv

Auf den Binnen- und Küstengewässern MVs häufen sich die Bootsunfälle. Nach Angaben der Landeswasserschutzpolizei starben in diesem Jahr bereits fünf Menschen, ein sechster wird auf dem Schweriner Außensee vermisst.

svz.de von
15. Juli 2012, 10:08 Uhr

Rostock/Schwerin | Auf den Binnen- und Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns häufen sich die Bootsunfälle. Nach Angaben der Landeswasserschutzpolizei starben in diesem Jahr bereits fünf Menschen, ein sechster wird seit einer Woche auf dem Schweriner Außensee vermisst. Die Todesfälle wären mit hoher Wahrscheinlichkeit zu vermeiden gewesen, wenn die Opfer Rettungswesten getragen hätten, wie der Sprecher der Landeswasserschutzpolizei, Hartmut Richter, am Wochenende sagte.

Insgesamt gibt es bereits jetzt mehr Todesopfer als 2010 und 2011 zusammen. "Allerdings war das Wetter im vorigen Jahr für Wassersportler sehr schlecht", so Richter. 2011 kam ein Bootsfahrer ums Leben, 2010 waren es zwei. 2009 starben sieben Menschen bei Unfällen auf dem Wasser. Als Hauptunfallursache nannte der Polizeisprecher, dass Bootsführer das Wetter nicht ausreichend beobachten und schnelle Witterungsumschwünge nicht beachten. Hinzu kämen unzureichende navigatorische Fähigkeiten, der Verzicht auf Kartenmaterial und fehlende Revierkunde. Nach den Worten des Meteorologen Uwe Ulbrich ist das Wetter in diesem Sommer bislang nicht ungewöhnlich. Gewitter gingen immer mit Böen einher. Auch habe es in der Wettervorhersage keine "brutale" Fehlprognose gegeben. "Es ist eher der Leichtsinn."

Seit Januar zählte die Wasserschutzpolizei im Land mehr als 100 Sportbootunfälle. In jedem sechsten Fall kenterte ein Boot. Mehrfach kollidierten Sportboote miteinander, oder gerieten Bootsfahrer durch technische Defekte in Seenot.

Die Wasserschutzpolizei appellierte an Wassersportler, einige lebenswichtige Regeln zu beachten. Dazu gehöre, das Leistungsvermögen richtig zu beurteilen, den Törn gründlich vorzubereiten und den Wetterbericht zu beachten. Eine Sicherheitsausrüstung müsse dabei sein, Rettungswesten müssten auch angelegt werden. Der Bootsführer müsse auf andere Boote achten und die 0,5 Promille-Grenze einhalten.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen