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Agrarbetriebe suchen Nachfolger : Bonus für Junglandwirte

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Chefwechsel auf dem Bauernhof: In MVs Agrarbetriebe machen sich Betriebsnachfolger rar. In fast zwei Dritteln der Unternehmen ist der Chefwechsel nicht geklärt. Damit stehen bislang etwa 1600 Betriebe ohne Nachfolger da.

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erstellt am 29.Aug.2013 | 12:02 Uhr

Schwerin | Chefwechsel auf dem Bauernhof: In Mecklenburg-Vorpommerns Agrarbetriebe machen sich Betriebsnachfolger rar. In fast zwei Dritteln der Unternehmen ist der Chefwechsel nicht geklärt, geht aus einer Analyse des Landwirtschaftsministerium hervor. Damit stehen bislang etwa 1600 Betriebe ohne Nachfolger da.

Das Problem drängt: In jedem zehnten Agrarbetrieb sind Chefs inzwischen älter als 65 Jahre - doppelt so viel wie im bundesweiten Durchschnitt. Mehr als ein Drittel der Betriebsleiter ist zwischen 45 und 54 Jahre alt - die größte Altersgruppe in der Chefrunde, sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD). Meister, Hochschulabsolventen: Angesichts der Entwicklung brauche der ländliche Raum mehr junge Landwirte, die Chef in einem Agrarbetrieb werden möchten, bestehende Höfe übernehmen oder eine neue Existenz gründen wollten, erklärte der SPD-Politiker. Mit einem Sechs-Punkte-Plan will er jetzt mehr junge Bauern und Hochschulabsolventen in die Dörfer locken und für Existenzgründungen motivieren.

Den Junglandwirten winken lukrative Angebote: So sollen sie bei der Neuverpachtung der 86 000 Hektar Landesacker vorrangig berücksichtigt und mit langfristigen Pachtverträgen versorgt werden, wenn sie einen neuen Betrieb aufbauen oder als Hofnachfolger einsteigen, erklärte Backhaus. Zudem sollen Jungbauern jeweils bis zu 100 Hektar von den insgesamt 50 000 Hektar ehemals volkseigenen Flächen erhalten und pachten können, die das Land bis spätestens 2016 vom Bund übernehmen will. Das könne im Zuge der Arrondierung der Flächen erfolgen, erklärte der Backhaus. Der neuen Landwirtegeneration will er zudem auch höhere Direktbeihilfen gewähren. So können sie für bis zu 90 Hektar fünf Jahre lang einen Zuschlag auf die bestehenden Zahlungsansprüche je Hektar erwarten - insgesamt sollen dafür 745 000 Euro bereitgestellt werden. Junge Existenzgründer will Backhaus darüberhinaus einen Investitionsbonus von 20 000 Euro je Projekt auf den bestehenden Fördersatz von 25 Prozent für konventionelle und 30 Prozent für Öko-Betriebe zahlen. Auch habe die Landwirtschaftliche Rentenbank zugesagt, "sehr günstige" Kredite für den Aufbau von Agrarbetrieben zu gewähren.

Neben der Finanzhilfe soll die Höfebörse der Landgesellschaft als Betriebsnachfolgerbörse ausgebaut und mit einem Talentpool gekoppelt werden. Interessierte müssen wissen, wo und wann Betriebe in MV einen Betriebsnachfolger suchen, erklärte Backhaus. Landgesellschaft und Landwirtschaftsberatung MV bieten außerdem eine gesonderte Existenzgründerberatung für Junglandwirte an.

Mit dem Plan legt MV angesichts der dramatischen Personalentwicklung auf dem Land als erstes Bundesland ein Bonus-Programm speziell für Junglandwirte auf. Der Plan könnte ein Konzept für alle Bundesländer sein, meinte Backhaus. Die Nachfolgersuche sei bundesweit ein Problem. Der Konzept werde auch von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück mitgetragen. Ob Personengesellschaft oder juristische Person: Das Konzept solle für alle Eigentumsformen gelten.

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