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Greifswald : Bombensprengungen auf Ostsee-Kabeltrasse

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vorbereitungen für die Verlegung der Stromkabel zum Windpark des spanischen Energiekonzerns Iberdrola laufen auf Hochtouren. Mehr als 400 Kampfmittel wurden geborgen.

Russische Wasserbomben, Lenkflugkörper aus der NS-Versuchsanstalt Peenemünde, Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg und eine historische Kanonenkugel: Ein Tauchrobotor hat in den vergangenen Wochen 442 Kampfmittel aus dem 90 Kilometer langen Verlegekorridor der Stromtrasse zum geplanten Offshore-Windpark „Wikinger“ geborgen.

„Unsere Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss“, zeigt sich 50Hertz-Projektleiter Wolfgang Thießen zufrieden. Er sei erstaunt, wieviel Munition in dem östlich von Rügen gelegenen Areal gefunden wurde. 3500 Verdachtspunkte seien begutachtet worden. Zum Glück seien die meisten Gegenstände Metallschrott oder magnetische Steine gewesen. Doch elf Wasserbomben mussten vor Ort gesprengt werden. Um die Meeresfauna zu schützen, wurde dazu ein aufwendiger Blasenschleier um die Sprengstellen gelegt.

Die Vorbereitungen für die Verlegung der Stromkabel zum Windpark des spanischen Energiekonzerns Iberdrola laufen auf Hochtouren. Das Unternehmen will ab März die ersten Pfeiler für den Windpark mit 70 Anlagen gründen, wie ein Iberdrola-Sprecher sagte. „Wikinger“ mit einer Leistung von 350 Megawatt wird nach den beiden EnBW-Projekten „Baltic 1“ und „Baltic 2“ der dritte Windpark in der deutschen Ostsee und soll den Plänen zufolge Ende 2017 fertiggestellt sein.

Der Stromnetzbetreiber 50 Hertz drückt aufs Tempo. Im Greifswalder Bodden unmittelbar vor dem Anlandepunkt Lubmin werden derzeit noch die letzten Spundwände für die Anlandungen der Kabel gesetzt. Dann heißt es zum Schutz der Heringe zunächst „Stopp“. Im Mai, nach dem Ende der Heringslaichzeit im Greifswalder Bodden, will 50Hertz mit der Verlegung der drei parallel verlaufenden Seekabel beginnen.

Bereits jetzt sind östlich von Rügen mit einem Hydro Plow – einem Wasserpflug – teure Spezialmaschinen im Einsatz, die die Verlegung der 220-KV-Kabel simulieren. „Ein Testlauf“, sagt Thießen. Notwendig, damit bei der Verlegung ab Mai nichts schief gehe.

Anders als bei der Nord Stream-Trasse, die bis auf den Abschnitt im Greifswalder Bodden auf dem Meeresboden verlegt wurde, müssen die Stromkabel 1,5 Meter tief in den Meeresboden eingegraben werden. Das schreiben die Genehmigungen vor. Damit soll verhindert werden, dass sich künftig Anker an den Stromkabeln verhaken.  

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