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Bombenattrappen und Proteste: Tag 1 des Transports

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erstellt am 24.Nov.2011 | 11:34 Uhr

Paris: Ein Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll ist von Frankreich aus in Richtung Gorleben gestartet.

Avera: Trotz heftiger Proteste von Atomkraftgegnern setze sich der Zug gegen 16 Uhr an der Verladestation bei Valognes in Bewegung. Nur wenige Stunden zuvor hatten Aktivisten nach eigenen Angaben vorübergehend Gleise besetzt und Signalanlagen beschädigt. Ein Polizeiwagen ging nach Angaben des TV-Senders BFM in Flammen auf. Ein Großaufgebot an Sicherheitskräften drängte die Demonstranten schließlich unter massivem Einsatz von Tränengas zurück. Mindestens zwölf Demonstranten wurden nach Medienberichten festgenommen.

Berlin: Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) rief zu einem friedlichen und besonnenen Verhalten auf. „Es gibt ein Recht auf Demonstrationsfreiheit, es gibt aber kein Recht auf Gewalt“, sagte er gestern in Berlin. Ein Greenpeace-Antrag, vor der Abfahrt Wärmebilder der elf Castor-Spezialwaggons zu machen, wurde von der Polizei abgelehnt. Jeder der elf Castorbehälter enthalte viermal so viel radioaktives Material wie bei der Reaktorkatastrophe in Fukushima in die Umwelt gelangt sei, betonte Greenpeace.

Hannover: Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hegt weiter Bedenken wegen einer Strahlenbelastung für die beim Castor-Transport eingesetzten Beamten. Eine Gesundheitsgefährdung durch möglicherweise erhöhte Strahlenwerte könne nicht ausgeschlossen werden, sagte GdP-Landesvorsitzender Dietmar Schilff gestern in Hannover. Deshalb wäre „eine Aussetzung des aktuellen Transportes nötig gewesen“.

Quickborn: Eine Bombenattrappe an der Castor-Strecke nach Gorleben hielt die Polizei auf Trab. Die Nachbildung wurde gestern bei Routinekontrollen in Quickborn im Landkreis Lüchow-Dannenberg entdeckt, wie ein Polizeisprecher sagte. Sprengstoffhunde schlugen an und Sprengstoffexperten untersuchten die Fundstelle, die weiträumig abgesperrt wurde. Auch Wohnhäuser mussten evakuiert werden. Schließlich stellte sich heraus, dass es sich nur um eine Täuschung handelte: Nach Angaben der Polizei wurde ein Pappkarton mit der Aufschrift „Peng!“ gefunden.

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