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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 01:25 Uhr

Bombenalarm in der Rostocker City

vom

svz.de von
erstellt am 14.Aug.2012 | 02:31 Uhr

Rostock | Es ist kurz vor 18 Uhr, als ein Mann gestern in die Targo-Bank in der Kröpeliner Straße stürmt. Er legt ein blinkendes Paket auf den Schalter und nimmt dann Reißaus. Die Angestellten reagieren sofort – und lösen Bombenalarm aus. Die Polizei rückt mit einem Großaufgebot an. Als die ersten Beamten eintreffen, ist die Einkaufsstraße noch belebt. Das ist schnell vorbei – denn die Polizisten evakuieren die Filiale, die umliegenden Wohnhäuser, Geschäfte, Teile der Uni und die benachbarte Augenklinik.

„Ich konnte gerade noch die Kasse abschließen, bevor ich mit den Kunden aus dem Geschäft raus musste“, sagt Caroline Pietrzak, die nebenan einen Schmuckladen führt. „Das war ein sehr mulmiges Gefühl.“ Die Polizisten hätten nur etwas von einem Gefahreneinsatz gesagt, dann sei alles ganz schnell gegangen. Noch bevor Pietrzak die Situation überhaupt richtig begriffen hatte, stand sie auch schon hinter dem zunächst noch provisorischen Absperrseil.

Auch bei den Passanten herrschte anfangs Rätselraten: „Es kamen sehr viele Streifenwagen auf einmal her“, sagt Björn Schikor. Nachdem er das Vorgehen der Einsatzkräfte zunächst nur wenige Meter von der Bank entfernt beobachten konnte, verlegten diese die Absperrung weiter zum Brunnen der Lebensfreude. „Das ist auf jeden Fall gerechtfertigt. Wenn so eine Bombe hochgeht, will ich nicht daneben stehen“, so Schikor. Das findet auch Passantin Evi Ewert: „Ich bin froh, dass so gehandelt wird.“

Auch in der Südstadtklinik liefen erste Schritte für eine Alarmbereitschaft an. Die Sperrung der Kröpeliner Straße blieb über mehrere Stunden bestehen – die Polizei wartete auf den Munitionsbergungsdienst aus Schwerin. „Die Kollegen konnten erst nicht ausschließen, dass es sich um eine scharfe Bombe handelt“, sagt Michael Ebert, Leiter der Polizeiinspektion Rostock. Die Art, wie die Dioden und Kabel am Päckchen montiert gewesen seien, habe keine eindeutigen Rückschlüsse zugelassen.

Um ganz sicher zu gehen, entschlossen sich die Experten gegen 21 Uhr zur Sprengung. Sie schossen mit einem elektrisch ausgelösten Wassergewehr im Vorraum der Bank auf das Paket. Es gab einen Knall, der mehrere hundert Meter weit zu hören war. Erst danach konnten die Sprengmeister Entwarnung geben: Im Paket befand sich doch nur harmloser Sand.

Kriminaltechniker rückten zur Spurensicherung an. Nun fahndet die Polizei mit Hochdruck nach dem Mann, der das Paket zum Schalter gebracht hatte – und dabei von den Videokameras gefilmt wurde. Es gibt offenbar sehr gute Bilder von ihm: „Ich bin optimistisch, denn es handelt sich um eine Person mit sehr markanten Gesichtszügen“, sagt Polizeichef Ebert. Auch Zeugen konnten schon erste Angaben zum Mann machen.

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