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Filmdreh in der Elbestadt : Boizenburg ist morgen im Fernsehen

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Ja, manch Boizenburger mag sich noch gut daran erinnern, wie es war, als ein Filmteam den Marktplatz für sich erobert hatte. Die Kameraleute sowie all die anderen Frauen und Männer am Set konnte keiner wirklich übersehen.

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erstellt am 02.Feb.2012 | 10:38 Uhr

Boizenburg | Ja, manch Boizenburger mag sich noch gut daran erinnern, wie es war, als ein Filmteam den Marktplatz für sich erobert hatte. Kein Wunder, die Kameraleute sowie all die anderen Frauen und Männer am Set, die zum Beispiel für Skript und Ton, Klappe und Maske verantwortlich waren, konnte keiner wirklich übersehen. Das gilt erst recht für die Komparsen, die es im Rathaus zeitweise recht eng werden ließen und vor allem für die Schauspieler, von denen einige bereits etliche Hauptrollen spielten.

Nun standen sie an vier Tagen in der Elbestadt vor der laufenden Kamera. Die Uhr unter dem Boizenburger Rathaus-Türmchen tickte richtig, Frau Dobisch nicht. Das Verwaltungsgebäude im westmecklenburgischen Elbestädtchen, unter dessen Dach sich das Standesamt und das Büro des Bürgermeisters befinden, ist eine der Kulissen für eine Familienkomödie, die unter dem Arbeitstitel "Frau Dobisch tickt nicht mehr richtig" im Herbst 2010 an mehreren Drehorten im Norden für das ARD-Abendprogramm entstand. Auch die Hauptdarstellerin Bernadette Heerwagen ("Grüße aus Kaschmir") war deshalb für einige Szenen auf dem Boizenburger Marktplatz in Aktion. In der "bittersüßen" Komödie geht es um die Aufnahme einer norddeutschen Uhrenmanufaktur in den Schwarzwälder Kuckucksuhrenverband, verriet der Regisseur Hajo Gies, der sich vor allem mit Schimanski-"Tatorten" einen klangvollen Namen machte. Wie er weiter sagte, sei Boizenburg als Drehort mit ausgesucht worden, weil sich das Motiv - das wunderschöne Rathaus mit den Backsteinen, dem Laubengang und Laternentürmchen - für den Film wirklich sehr gut angeboten hätte. Hajo Gies geriet nicht nur über den Fachwerkbau regelrecht ins Schwärmen. Dass ihn viele Einheimische und Gäste liebevoll als barocke Perle der historischen Altstadt bezeichnen, könne er sehr gut verstehen. Er habe sich in der Stadt richtig wohl gefühlt und sei hier vielen aufgeschlossenen und freundlichen Menschen begegnet. Wir auch, meinten die Schauspieler Johann von Bülow, Bernadette Heerwagen, Jan-Gregor Kremp, Rita Russek, Stephan Grossmann und Elena Uhlig während eines Fototermins vor dem Rathaus.

Wie das alles für Kino und Fernsehen so abgeht, konnten Passanten aus relativ geringem Abstand live mit verfolgen. Eine Gelegenheit bot sich, als vor dem Rathaus eine Szene in den Kasten kam, in der ein Herbsttag nasskalt und stürmisch zu Ende ging. Für die richtige Stimmung am Set garantierten technische Hilfsmittel. Starke Strahler sorgten für das vorgesehene Licht, ein großer Ventilator wirbelte ziemlich laut bunte Blätter und Zeitungen vor der Kamera durch die Luft, und mit Boizenburger Beteiligung regnete es auch auf dem Marktplatz, so es das Drehbuch vorschrieb. Den Part der "Regenmacher" übernahmen übrigens Kameraden der freiwilligen Feuerwehr.

Es sollte noch mehr aktive Beteiligung aus Boizenburg gefragt sein. Maritime Lieder wie "Eine Seefahrt, die ist lustig", "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern" und "Schön ist die Liebe im Hafen", erklangen auf dem Marktplatz. Mit diesen Melodien hatten die "Fröhlichen Elbbergmusikanten" unter Leitung von Reinhard Frehse ihren Auftritt vor der Kamera der Bremedia Produktion.

Was nach dem letzten Schnitt von ihnen zu hören und von der Stadt zu sehen ist, können die Zuschauer am Freitag erfahren. Die Komödie ist fertig. Sie heißt "Zum Kuckuck mit der Liebe" und wird morgen Abend um 20.15 Uhr erstmals in der ARD ausgestrahlt.

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