Friedrich-Lisch-Preis : Bodendenkmalpfleger symbolisch geehrt

Stralsund: Blick auf Wandmalereien im Kapitelsaal des ehemaligen Franziskanerklosters St. Johannis

Stralsund: Blick auf Wandmalereien im Kapitelsaal des ehemaligen Franziskanerklosters St. Johannis

Der Festakt zur Verleihung der Denkmalpreise in Stralsund war von einem Streit überschattet. Die vorgesehene Gruppe ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger lehnte die Auszeichnung ab.

svz.de von
09. September 2018, 20:00 Uhr

Auf einer Festveranstaltung zum Tag des offenen Denkmals im Rathaus von Stralsund hat Kulturministerin Birgit Hesse (SPD) gestern die diesjährigen Denkmalpreise überreicht. Der Hauptpreis, der mit 4000 Euro dotierte Friedrich-Lisch-Denkmalpreis, ging symbolisch an alle ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Mecklenburg-Vorpommerns. Landesarchäologe Detlef Jantzen könne das Geld für die Weiterbildung der Ehrenamtler verwenden, etwa für Exkursionen zu archäologischen Ausstellungen, teilte das Ministerium mit.

Die für den mit 4000 Euro dotierten Preis nominierte Gruppe „De Ackerlöper“, deren Mitglieder auf Rügen den Silberschatz von Schaprode entdeckt hatten, lehnte die Auszeichnung jedoch ab. Die geplante Preisvergabe hatte für Streit unter den Mitgliedern gesorgt.

Kinderpreis für AG „Junge Archäologen“

Den mit 700 Euro dotierten „Denk mal! Preis für Kinder und Jugendliche 2018“ erhielt die Arbeitsgemeinschaft „Junge Archäologen“ beim Kinder- und Jugendzentrum Plau am See. Die Schüler nehmen mit professioneller Begleitung an den Ausgrabungen an der nördlichen Umgehungsstraße der Stadt teil. Ihr Engagement sei beispielgebend.

Landesweit konnten gestern 264 Denkmäler in 141 Städten und Dörfern besichtigt werden, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz öffneten bundesweit 7800 Denkmäler in 2500 Städten. Der Aktionstag stand unter dem Motto „Entdecken, was verbindet“ und befasst sich mit den europäischen Einflüssen auf deutsche Denkmale.

Rostock zeigte, wie die alte Hanse- und Hafenstadt vom vielfältigen Austausch mit anderen Völkern und Kulturen profitierte. An vielen Gebäuden lassen sich noch heute Spuren der mittelalterlichen Handelstätigkeit nachweisen. So kam etwa Bauholz aus dem Baltikum, Schiefer aus England und Kalkstein aus Steinbrüchen in Gotland. Das im 13. Jahrhundert errichtete Franziskanerkloster in Rostock zeigt, wie mit den Klöstern auch die Technik des Ziegelbaus aus Norditalien nach Deutschland kam.

„Nur Beton? Moderne in Neubrandenburg“

In Neubrandenburg stand der Tag unter dem Motto „Nur Beton? Moderne in Neubrandenburg“. Das Dokumentationszentrum Prora auf Rügen bot Zugang zu sonst geschlossenen Gebäudeteilen, darunter der einstigen NVA-Sporthalle.

In Greifswald beteiligte sich neben Kirchen und Museen auch die Universität am Denkmaltag. So bot die Theologische Fakultät eine Sonderführung zu Kopfbedeckungen im alten Jerusalem. In Neustrelitz stellte der Residenzschlossverein auf dem Schlossberg seine aktuellen Vorhaben vor, darunter die Freilegung und Nutzung des noch vorhandenen Schlosskellers. Die landeseigenen Schlösser und Gärten wie in Schwerin, Güstrow, Ludwigslust und Mirow sowie das Staatliche Museum Schwerin boten am Sonntag freien Eintritt.

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