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Ärgernis Radar-Falle : Blitzer: Kommunen in MV rüsten weiter auf

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Die Kommunen rüsten auf. Rostock legte sich drei Radarfallen zu. Schwerin schickte zehn zusätzliche Politessen auf Parksünder-Jagd. Und Ostvorpommern investierte in drei neue Messsysteme für die festen Starenkästen.

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erstellt am 04.Apr.2012 | 10:10 Uhr

Schwerin/Rostock | Ärgernis Radar-Falle: Die Kommunen rüsten auf. Rostock legte sich drei Radarfallen zu. Schwerin schickte zehn zusätzliche Politessen auf Parksünder-Jagd. Und Ostvorpommern investierte in drei neue Messsysteme für die festen Starenkästen. Das hat sich gelohnt. Oft sind so die morgendlichen Blitzermeldungen im Radio länger als die Stau-Nachrichten. Doch wer hat 2011 am meisten von den Verkehrssündern profitiert?

Spitzenreiter unter den Städten des Landes ist Rostock: Die Hansestadt kassierte im vergangenen Jahr 2,9 Millionen Euro von Rasern, Rotlichtsündern und Falschparkern, 2010 waren es 2,8 Millionen Euro. Grund für den Anstieg: 2011 wurden die Tempomesser sozusagen häuslich. Nach Jahren des mobilen Blitzens legte sich die Stadt im Oktober 2011 drei feste Laser-Fallen zu. 110 000 Euro kostete die Stadt die Geräte, die in beide Fahrtrichtungen und bis zu drei Fahrspuren gleichzeitig im Kontrollblick behalten können. Seit Dienstbeginn registrierten die drei Hightech-Säulen 6546 Verkehrssünder. Zusammen mit den fünf Rotlichtblitzern und einer mobilen Tempo-Messeinheit belegt Rostock damit nun den Spitzenplatz in punkto Anlagendichte.

Auch die Landeshauptstadt legte 2011 zu: Schwerin nahm etwa 2,6 Millionen Euro von den Autofahrern ein, ungefähr 50 000 Euro mehr als im Vorjahr. Ein gutes Drittel der Gesamteinnahmen gingen dabei auf das Konto der Falschparker. Und auf die hatte es die Landeshauptstadt im vergangenen Jahr wohl besonders abgesehen, denn erwischt wurden fast doppelt so viele Parksünder wie im Vorjahr. Wie das geht? Mit zehn zusätzlichen Mitarbeitern, die das Ordnungsamt im vergangenen Jahr auf Streife schickte.

Teuer wird es auch über Land: Der Landkreis Ludwigslust-Parchim gratuliert sich in seinem jüngsten Geschäftsbericht selbst zum Erfolg: In punkto "restriktive Verkehrssicherheit" belege der Altkreis Ludwigslust den Spitzenplatz im Land, dicht gefolgt vom Altkreis Parchim. In Zahlen bedeutet das: 5 Millionen Euro nahmen die beiden Landkreise im vergangenen Jahr zusammen ein. Statistisch gesehen passierten in dem neuen Kreis 2010 auch die meisten Unfälle im Land (1199 Unfälle).

Doch auch die anderen Kreise waren 2011 emsig: 4,3 Millionen Euro nahm der neue Großkreis Mecklenburgische Seenplatte im vergangenen Jahr durch Bußgelder ein, in Nordwestmecklenburg lagen die Einnahmen bei etwa 2 Millionen Euro. Abzuziehen seien davon die Kosten für den Betrieb der Geräte, weist Petra Rappen, Sprecherin des Kreises, hin.

Einen der größten Gewinne fuhr wohl der Altkreis Ostvorpommern ein: 450 000 Euro mehr als im Vorjahr nahm der Kreis ein. Denn drei zusätzliche Mess-Systeme hatte der Altkreis 2011 angeschafft, promt tappten doppelt so viele Raser in eine der sieben stationären Radarfallen als 2010. Doch auch unterwegs waren die Ostvorpommern in der jüngsten Vergangenheit erfolgreich: Etwa 42 Prozent der Autofahrer wurden durch mobile Blitzer festgestellt, im Vorjahr stammen sogar 58 Prozent der Gesamteinnahmen aus mobilen Blitz-Einsätzen.

Der Verkehrsexperte Karl-Friedrich Voss meint übrigens, Radarfallen verfehlten oft ihren Zweck, weil sie die träfen, die ohnehin das geringste Unfallrisiko aufwiesen: Die 25- bis 44-Jährigen.

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